„Zockst du noch oder lernst du schon?“ - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

„Zockst du noch oder lernst du schon?“

20.12.2017: Fortbildung zum Thema Computerspiele Lehrer, Suchtbeauftragte und Jugendsozialarbeiter an Schulen im Landkreis Donau-Ries informieren sich

Spielsucht - zockst du noch - drogosch

Spielsucht - zockst du noch - drogosch
Bild: Martina Drogosch

Donau-Ries (pm).
Im Landratsamt Donau-Ries fand kürzlich eine Fortbildung statt, die vom Arbeitskreis Suchtprävention Donau-Ries angeboten wurde. Dazu waren suchtbeauftragte Lehrkräfte und Jugendsozialarbeiter an Schulen eingeladen.

Der Arbeitskreis besteht aus Fachkräften des Cafè Connection der Caritas Suchtfachambulanz Donauwörth, der Polizeiinspektionen des Landkreises Donau-Ries, der Präventionsfachstelle sowie der Kommunalen Jugendarbeit des Landratsamtes Donau-Ries und einer Notärztin aus Donauwörth. 

Ziel der Fortbildung war es, den Fachkräften die Faszination von Computerspielen nahezubringen. Das ist wichtig um verstehen zu können, wieso sich Jugendliche damit so ausgiebig beschäftigen oder daraus ein problematisches Verhalten entwickeln können.

Dazu waren die beiden Medienpädagogen Benjamin Götz und Philipp Dubberke von der Bundeszentrale für Politische Bildung eingeladen worden. Zuerst wurden bei einem Theorieteil die verschiedenen Spieletypen vorgestellt, um zu zeigen, wie viel Auswahl es hier gibt. Laut der JIM-Studie 2017 (Jugend, Information, (Multi-) Media), bei der 12 – 19jährige Jugendliche befragt wurden, spielen 35 % der befragten Jugendlichen täglich, 27 % mehrmals pro Woche digitale Spiele.  

Im Praxisteil bekamen alle Teilnehmer einen Laptop, der an ein Netzwerk angeschlossen und mit Spielen versehen war. Hier wurde unter anderem ein Formel Eins – Autorennen gespielt. Etliche versuchten, sich gegenseitig zu übertrumpfen.  

„Nach dieser Erkenntnis fällt es Ihnen hoffentlich leichter, sich mit zockenden Jugendlichen zu diesem Thema auseinanderzusetzen“, so Dubberke. Für bestimmte Spiele brauchen Jugendliche auch eine gewisse  Zeit. Diese muss von den Eltern eingeplant werden. „Wenn ein Jugendlicher mit einer Gruppe ein Online-Spiel zockt und vor Beendigung des Spiels aufhören muss, wäre das wie wenn man bei einem Fußballspiel nach 60 Minuten den Torhüter aus dem Spiel nimmt“, so Götz.  

Wichtig sind klare Absprachen und Regeln im Zusammenhang mit digitalen Spielen. Dazu gehören zeitliche Vereinbarungen sowie abzuklären, welche Spiele gespielt werden. „Spiele mit Altersbeschränkung ab 18 Jahren sind für Jugendliche nicht unbedingt geeignet“, so Götz.

Jugendliche, die sich nur noch in digitalen Spielwelten aufhalten, sind besonders gefährdet. „Trotz digitaler Spiele sollte eine abwechslungsreiche Freizeitgestaltung mit Freunden, bei Vereinen und sportliche Betätigung nicht zu kurz kommen“ bemerkt Dubberke.

Sie müssen lernen, trotz eines faszinierenden Spieles ihren Alltag mit Hausaufgaben, Freizeit und Freunden zu bewältigen. „Wenn ein Jugendlicher das hinbekommt, hat er schon viel erreicht“, bemerkt Dubberke.  

Für Eltern, Jugendliche, Lehrkräfte und Interessierte gibt es auf der Seite von Klicksafe (www.klicksafe.de) umfassende Infos und bereits fertig ausgearbeitete Unterrichtseinheiten.

Für weitere Informationen können Sie sich gerne an folgende Stelle wenden: Arbeitskreis Suchtprävention, Stefan Graßl, Präventionsfachstelle am Landratsamt Donau-Ries, 0906/74 534 oder stefan.grassl@lra-donau-ries.de.