3. Technikforum "Energie 2020" – Batterie- und Speichertechnik, Netzintegration und Technologien der Energiewende am TCW diskutiert - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

3. Technikforum "Energie 2020" – Batterie- und Speichertechnik, Netzintegration und Technologien der Energiewende am TCW diskutiert

08.05.2014: Innovative Ansätze und neue Technologien.

Beim Laden eines BMW i3 Elektroautos (von links): Martin Neumann (Berufsschule Nördlingen), Prof. Dr. Valerio Conte (Hochschule Augsburg), Helmut Baumann (Berufsschule Nördlingen), Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW), Stefan Wieser (TCW), Detlef Fischer (Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft, VBEW, München).
3.Technikforum
Die Elektromobilität und die Energiewende stehen in Deutschland unmittelbar bevor. Die Technologien der Energie 2020 - der Energieversorgung der Zukunft - stecken aber voller Umwälzungen. Innovative Ansätze und neue Technologien zur Erzeugung, Speicherung und Verteilung elektrischer Energie sind gefordert. Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Entwicklung leistungsfähiger Batterien und Speicher zu. Gleichzeitig gilt es, die Netze weiterzuentwickeln. Sie standen im Mittelpunkt eines ganztägigen Fachtreffens "Batterie- und Energiespeichertechnik" am Technologie Centrum Westbayern (TCW).

​Zahleiche Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen arbeiten an Batteriespeichertechnologien. Sie eröffnen die Nutzung hochwertiger Batterien in zahlreichen Anwendungsfeldern, u. a. in der Logistik, der mobilen Servicerobotik, im Maschinen- und Automobilbau. Von 9 Gastreferenten wurden neue Technologieansätze (u. a. Lithiumionen Systeme, Redox Flow Batterien, Elektrodenmaterialien) beleuchtet. Weitere Themenschwerpunkte bilden die automatisierte Herstellung von Batterien sowie neueste Entwicklungen für die Anwendung reif werdender Produkte, deren Herstellung und die Integration von Batteriesystemen in Produkte des täglichen Lebens wie Werkzeuge, Consumer Elektronik, Fahrzeuge, Maschinen.

Prof. Dr. Valerio Conte (Hochschule Augsburg) gab in seinem Impulsreferat zu Beginn einen Überblick der Anforderungen und Forschungsaktivitäten. Des Weiteren zeigte er auf, wie die Hochschulen mit ihren Studien- und Weiterbildungsangeboten sich auf die neuen Anforderungen der Batterietechnik einstellten. Zu verbessern seien neben der Energiedichte vor allem die Sicherheit, Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit von Batteriesystemen.
Aktuelle Marktentwicklungen zur Batterietechnik diskutierte Sven Bauer (BMZ, Karlstein). 17 % aller Batterien weltweit seien aus Lithiumionen Technik. Vor allem über die Elektrofahrräder würden batteriebetriebene Fahrzeuge den Menschen nähergebracht. 1 Million E-Bikes seien im vergangenen Jahr verkauft worden. Noch immer besitzen die asiatischen Länder Korea, Japan und China einen gewaltigen Technologievorsprung, aber die Aufholjagd in Europa komme gut voran. Mit 4 % jährlichen Wachstumsraten dürfe man derzeit in der Batterietechnik rechnen.

Das Unternehmen GILDEMEISTER baut große mobile Batteriespeicher in Containerformaten mit bis zu 200 kW Leistungsabgabe. Ein Feldversuch in Darmstadt sowie die dabei gewonnenen, äußerst vielversprechenden Erfahrungen diskutierte Julian Seume.
1990 gründete Felix von Borck die studentische Arbeitsgruppe AKASOL für Solartechnik an der TU Darmstadt und später das Ingenieurunternehmen AKASOL GmbH. Mit diesem Erfahrungshintergrund entwickelt sein Team Batteriemodule für Autos, Fahrräder und Omnibusse. Diese und die in Kürze anlaufende Roboter basierende Serienproduktion stellte er in seinem Beitrag vor.

Paul Merz (Reis Robotik, Obernburg) erläuterte den Fertigungsprozess der Batteriemodulmontage und zeigte den Stand der Automatisierung auf. Diese lohnt sich, denn der Markt für stationäre Speicher wachse derzeit stärker als der Markt für automobile Batteriesysteme.

Detlef Fischer vom Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft (VBEW, München) diskutierte die PV Eigenversorgung aus der Sicht der öffentlichen Stromversorgung und Netzbe-treiber: "Wir brauchen dringend Speichertechnologien zum Ausgleich von Stromüberschuss und Mangelzeiten!"

Neuartige Polymer und Keramik basierende Elektrolyte für Lithiumionen Batterien aus der Grundlagenforschung standen im Mittelpunkt eines wissenschaftlichen Gastbeitrags von Dr. Christine Brinkmann (Fraunhofer Institut für Silicatforschung (ISC, Würzburg).
Clemens Günther (ZSW Labor für Batterietechnologie (eLaB) Akkumulatoren, Ulm) berichtete ebenfalls aus der aktuellen Forschung. Er zeigte auf, wie sich die Betriebsbedingungen einer Bat-terie und die Ladestrategie auf die Lebensdauer moderner Batterien auswirken und wie man heute bereits Simulations- und Funktionsmodelle für die Entwicklung von Produkten anwenden kann.

Abschließend gab Markus Einhorn (Bertrandt AG, Ehningen) Einblick in die Entwicklung von Batteriemanagementsystemen und stellte in diesem Zusammenhang ein interessantes Pilotprodukt als Plattform für alle Entwicklungsarbeiten vor: Ein mit 48 V betriebener Elektroroller.

Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, die VDI/VDE Bezirksvereine Augsburg und der Cluster Mechatronik & Automation e.V. Lokaler Unternehmenspartner war dieses Mal das Unternehmen Varta Storage GmbH.

Alle Gäste hatten neben der Möglichkeit zu einem intensiven Erfahrungsaustausch auch die Gelegenheit, einige Schlüsseltechnologien der "Produktion 2020" live im Institut zu erleben.
Weitere Details im Internet unter http://www.tcw-donau-ries.de/ oder auf Anfrage.