Forschungsprojekt für noch mehr IT-Sicherheit bei Fertigungsanlagen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Forschungsprojekt für noch mehr IT-Sicherheit bei Fertigungsanlagen

31.01.2014: "Applied Research" auf der Zielgeraden.

Andreas Seiler (l.) mit Michael Haller, seinem Betreuer bei Grenzebach (Bild: Grenzebach)
Forschungsprojekt
Die Hochschule Augsburg wartet im Rahmen eines aus dem Förderprogramm "Aufbruch Bayern" geförderten Personalentwicklungsprojekts am Technologie Centrum Westbayern (TCW) mit neuen Angeboten auf. Die ersten Forschungsprojekte dieses Masterstudiengangs "Applied Research" (angewandte Forschung und Entwicklung) gehen auf die Zielgerade.

Drei Studierende dieses Förderprogramms bearbeiten derzeit ein Forschungsprojekt am Hochschulzentrum Donau-Ries und in regionalen Firmen. Betreut werden sie von Prof. Dr. Wolfgang Zeller, Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair (Vizepräsident für Forschung und Wissenstransfer) und Prof. Dr. Markus Glück. Einer davon ist Andreas Seiler aus Donauwörth. Er hat sich nach seinem Bachelorstudium dem brandaktuellen Themenfeld der Internet Sicherheit in der Fertigungsautomation verschrieben und bearbeitet neue Ansätze der Anlagensicherheit in Zusammenarbeit mit dem Stifterunternehmen Grenzebach (Hamlar).
Die Produktionsindustrie durchläuft aktuell einen fundamentalen Wandel zur "Industrie 4.0". Fertigungsanlagen sind komplexe technische Systeme und werden immer stärker vernetzt. Industrie-Netze benötigen daher besondere Schutzmaßnahmen, ausgefeilte Netztechnik und effektive Prüfmethoden, um eventuelle Sicherheitslücken aufzudecken und zuverlässig zu schließen. An der Hochschule Augsburg und in der Industrie wird auf diesem brandaktuellen Themenfeld der "IT Security" seit längerem geforscht, um zu definieren, wie eine sichere Industrieanlage im Jahr 2020 aussehen kann.

Auf Basis aktueller Sicherheitsstandards führte Andreas Seiler zunächst eine Risikoanalyse durch. Dazu identifizierte und klassifizierte er potentielle Bedrohungen und Angriffe. Das können direkte Zugriffe durch Hacker sein oder aber Sicherheitslücken, verursacht durch Fehlkonfigurationen oder klassische Softwareschwachstellen. Seiler schlüsselt hierbei auf, welche Wege der Informationsfluss zwischen den einzelnen Komponenten nimmt und geht der Frage nach, welche Auswirkungen ein Ausfall oder eine Verfälschung dieser Informationen oder Komponenten auf die gesamte Anlage gegebenenfalls hätte.
IT Sicherheitsexperte Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Vizepräsident der Hochschule Augsburg für Forschung und Wissenstransfer Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) arbeiten mit ihren Studenten dabei unter anderem eng mit dem High-Tech-Unternehmen Grenzebach zusammen. "Grenzebach ist ein technik-getriebenes Unternehmen. Wir stehen mit unseren Innovationen an der Weltspitze. Dabei ist es unser oberstes Ziel, den Kunden die größtmögliche Anlagensicherheit zu bieten", sagt Michael Haller, Abteilungsleiter Netzwerke bei Grenzebach und Betreuer der Masterarbeit. "Unser Ziel ist es, auch beim Thema Anlagensicherheit einen Schritt weiter zu sein als unser Wettbewerb und den Kunden genaue Richtlinien an die Hand zu geben."

"Für mich übt die Kombination aus Wissenschaft und Praxis sowie die Möglichkeit, vor Ort in meiner Heimatregion eine technische Herausforderung lösen zu können einen ganz besonderen Reiz aus", schwärmt Andreas Seiler. "Sowohl bei Grenzebach als auch am Technologie Centrum Westbayern (TCW) herrscht ein hoher Technologisierungsgrad. Hier finde ich ideale Bedingungen und professionelle Unterstützung für meine Arbeit."
Für die Firma Grenzebach ist die enge Zusammenarbeit mit Andreas Seiler und den Forschungseinrichtungen ein lohnenswertes Unterfangen. Bestehende Sicherheitsstandards werden hier ganz nebenbei mit unter die Lupe genommen und weiter optimiert. Die Forschungsergebnisse des Masterstudenten fließen auch in die Weiterentwicklung des dortigen Sicherheitskonzeptes mit ein.

Landrat Stefan Rößle, Prof. Dr. Gordon Thomas Rohrmair, Prof. Dr. Markus Glück und Michael Haller von Grenzebach sind sich einig, dass dieses Projekt Vorbild ist für die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Politik, Hochschule und Wirtschaft.
"Wir suchen auch für die Zukunft Studierende, die sich hier gerne in aktuellen Forschungsvorhaben am Standort Nördlingen betätigen oder als Masterstudenten angewandte Forschung dual studieren möchten“, berichtet Prof. Dr. Markus Glück. "Dies sind ausgezeichnete neue Gelegenheiten, hier vor Ort an spannenden Themen mitzuwirken; auch für regionale Unter-nehmen als Partner oder Arbeitgeber dual studierender Ingenieure."
Weitere Details im Internet unter www.tcw-donau.-ries.de, oder www.hs-augsburg.de oder seit neuem auch gebündelt unter www.hochschulzentrum-donau-ries.de.