10. Technikforum Industrielle Bildverarbeitung - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

10. Technikforum Industrielle Bildverarbeitung

20.05.2014: Grundvoraussetzungen für die flexible Automation.

Optische Prüfsysteme, Kameras und Laserscanner sind eine wesentliche Grundvoraussetzung für die flexible Automation von Fertigungseinrichtungen der Produktion 2020 - der Produktionstechnik der Zukunft. Aktuelle Neuerungen der Kameratechnik, neue Einsatzgebiete für die industrielle 3D Bildverarbeitung und Echtzeit Qualitätskontrolle im Fertigungsumfeld standen daher im Mittelpunkt des bereits zehnten Anwendertreffens zur industriellen Bildverarbeitung am Technologie Centrum Westbayern (TCW). Im Zentrum der Tagung standen 8 Fachvorträge von Gastreferenten aus ganz Deutschland. Parallel dazu wurden anschaulich aufbereitete Praxisbeispiele im Rahmen einer gemeinsam gestalteten Produktschau im Foyer und im TCW Labor vorgestellt.

Prof. Dr. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW), selbst in Entwicklungsprojekten zur Bildverarbeitung tätig, führte zu Beginn in das Thema ein: "Die Bildverarbeitung verlässt die Fläche. 3D Anwendungen und optische Prüfsysteme sind feste Bestandteile der Produktionsanlagen. Roboter werden zu sehenden Arbeits- und Prüfmaschinen“, so sein Fazit.

Ralf Schimanski (opdi-tex GmbH, Eresing) stellte neue Verfahren zur dreidimensionalen (3D) Bildanalyse mit neuartigen telezentrischen Scannern vor. Hierbei werden mit mehreren Kamerasystemen großflächige Prüfungen bei hoher Prozessgeschwindigkeit gemacht, z. B. zur Fadenscharkontrolle in Textilmaschinen oder beim Verpacken von Lebensmitteln an Förderbändern.

Dr. Carsten Reich (GOM Gesellschaft für Optische Messtechnik mbH, Braunschweig) widmete sich der 3D Vermessung von Freiformflächen mittels Streifenlichtprojektion, die unter anderem mit Robotern in der Automobilfertigung erfolgt. Der große Vorteil dabei, so Reich: "Wir messen die wichtigsten Prüfkriterien berührungslos in der Linie und im Fertigungstakt, anstatt auf Rückantworten aus dem Qualitätsmanagement zu warten und den Fertigungsfluss zu unterbrechen."

Einen Verfahrensüberblick zum Stand der 3D Messtechnik rückte Dr. Helge Moritz (SIGNUM Computer GmbH, München) in den Mittelpunkt seines Gastvortrags, bevor Patric Gehring (Polytec GmbH, Waldbronn) Laservibrometer und Schwingungsmesssysteme zur akustischen Güteprüfung anhand zahlreicher anschaulicher Praxisbeispiele erläuterte.
Der "Griff in die Kiste" – das vollautomatische Entnehmen von Teilen aus Behältnissen mit einem Roboter – hat seit Jahren Entwicklern den letzten Nerv geraubt. Unterstützt durch einen Laserscanner, ergeben sich für zahlreiche Anwendungen interessante Lösungsansätze, die André Peters (Boll Automation GmbH, Kleinwallstadt) untermalt mit Filmsequenzen vorstellte.
Thorsten Brändle (Carl Zeiss OIM GmbH, Wangen) widmete sich der automatisierten Oberflächenprüfung, mit der man die zahlreichen, für die Werker auf Dauer belastenden Sichtprüfungen reduzieren wird. Die zum Einsatz kommenden Methoden bieten interessante Möglichkeiten der vorausschauenden Prozessdiagnose.

Dr. Denis Dontsov (SIOS Messtechnik GmbH, Illmenau) widmete sich den Grenzbereichen der optischen Präzisionsmesstechnik. Über interferometrische Verfahren kann er im Nanometerbereich Oberflächen vermessen. Begeisternd war sein Ausflug in die Grenzbereiche der Physik und des Präzisionsmaschinenbaus, wie dieser im Umfeld der TU Ilmenau vorangebracht wird.

"Die Kamera basierte Objekterkennung ist eine Schlüsseltechnologie der flexiblen Automatisierung, die im Mittelpunkt der Innovationsoffensive Industrie 4.0 einen festen Platz hat", vermutet Andreas König (Cognex, Karlsruhe). Untermauert von einer Livedemonstration, zeigte er den aktuellen Entwicklungsstand der 3D Kameramesstechnik und die angestrebten Lösungswege vor.

Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, der Verein deutscher Ingenieure (VDI) und der bayerische Innovationscluster Mechatronik & Automation e. V.
Weitere Informationen im Internet: www.tcw-donau-ries.de.