Nutzungsuntersagung für Hotel Krone in Oettingen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Nutzungsuntersagung für Hotel Krone in Oettingen

03.02.2017: Das Landratsamt Donau-Ries muss mit Wirkung ab dem 06.02.2017 die Nutzung des Hotels Krone in Oettingen untersagen. Die Nutzungsuntersagung umfasst dabei sämtliche dem bisherigen Hotel- und Gaststättenbetrieb zugeordneten Räumlichkeiten und Gebäudeteile einschließlich beider im Erdgeschoss befindlichen Küchen.

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Information Bild: © Gerd Altmann / PIXELIO
Von der Nutzungsuntersagung ausgenommen sind die private Nutzung der Dachgeschosswohnung im rückwärtigen Gebäudeteil sowie die gewerbliche Nutzung des Kronensaals für Veranstaltungen unter Beachtung bestimmter Auflagen. Die Nutzungsuntersagung gilt vorläufig bis zur fachgerechten Umsetzung von Notsicherungsmaßnahmen.

Der nun vom Landratsamt ausgesprochenen Nutzungsuntersagung geht ein langer Prozess voraus. Bereits im Februar 2009 war bei einer Ortseinsicht mit dem damaligen Kreisbaumeister, einem Zimmereibetrieb und dem Eigentümer festgestellt worden, dass das Gebäude augenscheinlich erhebliche Mängel im Bereich der Statik und dem straßenseitigen Giebel aufweist. Im Nachgang zu einer Ortseinsicht mit dem Landesamt für Denkmalpflege im März 2009 beauftragte der Eigentümer ein Ingenieurbüro mit der Durchführung einer Voruntersuchung zur genauen Schadensermittlung. Der Eigentümer wurde mehrmals eindringlich bei diesen Ortseinsichten und in Telefonaten darauf hingewiesen, dass die Standsicherheit und die Dauerhaftigkeit einzelner Bauteile auf längere Sicht nicht mehr gegeben sind. Zwischen 2010 und 2012 fanden wiederholt weitere Ortstermine mit dem Landratsamt, der Stadt Oettingen, dem Landesamt für Denkmalpflege und dem Eigentümer statt, in denen immer deutlich herausgestellt wurde, dass dringender Handlungsbedarf bezüglich der Statik insgesamt besteht. Im Jahr 2012 beauftragte Eigentümer daher ein Ingenieurbüro mit einer weiteren statisch-konstruktiven Voruntersuchung. Das Ergebnis dieser Untersuchung bestätigte, dass die Standsicherheit und Dauerhaftigkeit einzelner Bauteile stark beeinträchtigt waren, weshalb eine grundlegende statische Sanierung bis 2015 empfohlen wurde. Auch in der Folgezeit wurde der Eigentümer weiter vom Landratsamt beraten und zu Sanierungsmaßnahmen angehalten. Als bei einem Ortstermin eine weitere Verschlechterung festgestellt wurde, wurde im März 2016 ein Ingenieurbüro mit einer erneuten statischen Überprüfung beauftragt. Als Ergebnis wurde festgehalten, dass ein Betrieb des Hotels über das Jahr 2016 hinaus nicht mehr möglich sein werde. Dies wurde auch nochmals im Rahmen eines weiteren Ortstermins im Oktober 2016 mit dem Landratsamt und der Stadt Oettingen dem Eigentümer mitgeteilt und nochmals bei einem weiteren Ortstermin am 31.01.2017 bekräftigt, bei dem ihm auch die dringend erforderlichen Schutzmaßnahmen für die Verkehrssicherheit dargelegt wurden.

Das Landratsamt hat, wie der aufgezeigte Prozess zeigt, die verständlichen Interessen des Eigentümers nicht unberücksichtigt gelassen. Im Vorfeld fanden zahlreiche Gespräche mit dem Eigentümer statt. Auch Landrat Stefan Rößle hat mehrmals mit dem Eigentümer gesprochen, da man die persönliche Betroffenheit und die Konsequenzen für den Eigentümer im Falle einer so weitreichenden Entscheidung natürlich so weit wie möglich von Seiten der Behörde hat einfließen lassen. Ein längerer zeitlicher Vorlauf war aber nun im Hinblick auf die Gefährdungslage und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Schließung den Betreibern schon im vergangenen Jahr mehrfach angekündigt worden war, nicht mehr vertretbar.