Damit auch Elektroautos tanken können - Konzept für Ladesäulen im Landkreis Donau-Ries erstellt - Landkreis Donau-Ries

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Damit auch Elektroautos tanken können - Konzept für Ladesäulen im Landkreis Donau-Ries erstellt

17.05.2017: Die starke Verknüpfung von Energieversorgung und Mobilität wird in den kommenden Jahren Einfluss auf unser tägliches Leben haben. Davon ist Landrat Stefan Rößle überzeugt. Ein zentrales Thema ist dabei, wo und wann Elektroautos getankt werden können.

Im neuen Konzept für Ladesäulen im Landkreis Donau-Ries finden Kommunen Empfehlungen für die optimalen Standorte, wo künftig Elektroautos und -fahrräder „getankt“ werden könnten, aber auch für mögliche Alternativen. Bild: Dr. Christoph Ebert
Dies soll auch im öffentlichen Raum möglich sein und so hat der Landkreis Donau-Ries nun ein Standortkonzept für Ladesäulen erstellen lassen.

Noch ist die Zahl der Elektroautos im Landkreis gering. Nach Einschätzung verschiedener Fachinstitute wird sie in den kommenden drei Jahren jedoch erheblich ansteigen, auf 600 bis 2600 Fahrzeuge. Zusätzlich gibt es schon jetzt eine stattliche Zahl von Elektrofahrrädern. Nach dem Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft Stromtreter will man zudem das Servicenetz für e-Bike und Pedelecs ausbauen, um auch im touristischen Bereich zu punkten. Sicherlich wird ein Großteil der Elektroautos und -fahrräder in der Garage aufgetankt, doch auch bei einem Einkaufsbummel, einem Behördengang oder einem Besuch im Krankenhaus wäre Zeit, Rad oder Auto aufzutanken – sofern die entsprechenden Ladesäulen vorhanden sind.
Donau-Ries ist der erste Landkreis in Bayern, der sich so umfassend und strukturiert mit dem Thema beschäftigt. Er will mit dem neuen Standortkonzept einen Handlungsleitfaden und eine Orientierungshilfe für die Kommunen geben. „Wenn eine Ladesäule errichtet werden soll, wissen die Gemeinden nun, wo es am sinnvollsten ist und welche technischen Voraussetzungen vorhanden sind oder geschaffen werden müssen“, erläutert Heike Burkhardt den Nutzen dieses Konzeptes. Die Energie-Beauftragte des Landkreises hat das Projekt verantwortlich umgesetzt. Es wurde in Zusammenarbeit mit den regionalen Energieversorgern und den Kommunen vom „Kompetenzzentrum Sport, Gesundheit, Technologie“ aus Garmisch-Partenkirchen erstellt.

Neben einer Standortanalyse und einer Bewertung erhält das Konzept konkrete Empfehlungen, in welchen Städten und Gemeinden eine Ladesäule aufgestellt werden sollte. Für neun Kommunen wird der Aufbau einer Ladeinfrastruktur schon heute empfohlen, für weitere zehn bis ins Jahr 2020. Für die Standortfestlegung erfolgte eine Raumanalyse, bei der unter anderem Faktoren wie Sehenswürdigkeiten, Parkflächen, ÖPNV-Anbindung, öffentliche Einrichtungen, Unternehmen und vorhandene Infrastruktur berücksichtigt wurden. In einem weiteren Schritt wurden 50 Standorte bewertet, um eine Empfehlung an die jeweiligen Städte und Gemeinden abgeben zu können. Letztlich sind in dem Konzept nun adressgenaue Topstandorte, aber auch Alternativen für eine mögliche Ladesäule aufgelistet. Abgerundet wird das Konzept durch Hinweise auf Förderprogramme.

Der Landkreis selbst will mit gutem Beispiel vorangehen und zwei Ladestellen am Besucherparkplatz des Landratsamtes in Donauwörth aufstellen. Derzeit laufen dafür die Ausschreibungen. Außerdem sollen Ladesäulen an den drei Kreiskliniken entstehen. Letztlich aber kann der Landkreis nur „motivierend“ tätig sein, betont Landrat Stefan Rößle, die Initiative müsse von den jeweiligen Kommunen ausgehen. Sie sind auch für die Finanzierung verantwortlich. Die Investitionskosten pro Ladestelle variieren zwischen 4000 und 6000 Euro. Außerdem zählt Landrat Rößle auf die regionalen Energieversorger, denn sie werden in der Regel die Ladesäulen aufstellen und betreiben. An jeder Ladestelle ist ein Zähler installiert, so dass die Ladung Strom beim jeweiligen Anbieter bezahlt werden kann – meist bargeldlos.