Kommunale Entwicklungshilfeprojekte - 10 Schulen für Afrika - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Kommunale Entwicklungshilfeprojekte - 10 Schulen für Afrika

20.06.2017: Landrat Stefan Rößle erklärte zum Ziel, dass bis zum Jahr 2020 „10 Schulen“ in Afrika durch die Region Donau-Ries entstehen. Hierzu sind Partner, Unterstützer und Spender notwendig.

Der Landkreis richtet ein Spendenkonto ein, auf das für Projekte in Burkina Faso gespendet werden kann.

Reiner Meutsch von der Stiftung FLY & HELP ist heute nach Donauwörth gekommen und sprach über seine Stiftung und deren Projekte in Afrika mit Kooperationspartnern aus der Region, die bereits konkretes Interesse gezeigt haben.

Die Idee zu kommunalen Entwicklungshilfeprojekten wurde durch Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller initiiert und in Wemding am 21. Februar 2017 vorgestellt. Dabei geht es um konkrete lokale Hilfen im Rahmen von Partnerschaften und Patenschaften. Ziel dabei ist es die Fluchtursachen der Menschen vor Ort zu bekämpfen und die Lebenssituation zu verbessern.
Landrat Stefan Rößle hat diese Gedanken aufgegriffen und setzt sich für verschiedene Projekte z.B. in Afrika, Afghanistan und im Jemen ein.
Für fünf Schulen in Afrika gibt es bereits konkrete Zusagen. So sind über die Stiftung FLY & HELP von Herrn Reiner Meutsch folgende Projekte geplant:

Projekte über die Stiftung FLY & HELP
1) Eine Donauwörther Schule, die den Namen Heinrich Freissle Schule erhalten wird. Hauptsponsoren sind die Familien Freissle und Grenzebach. Weitere Unterstützung erhielt dieses Projekt durch die örtliche Sparkasse Donauwörth-Oettingen. Die Schule ist zwischenzeitlich weitgehend fertiggestellt und wird im Februar 2018 offiziell eingeweiht. Die Schule liegt in einem Vorort von Windhoek und wurde ursprünglich für 500 Schüler gebaut. Aufgrund des starken Zuwachses und der immer steigenden Bevölkerungszahl ist die Nachfrage an Schulbildung aber so immens hoch, dass die Schule inzwischen über 1.200 Schüler und 37 Lehrer verfügt. Da man keine Kinder abweisen wollte, um ihnen das Recht auf Bildung zu ermöglichen, arbeitet man im Zwei-Schicht-System.

2) Eine Schule in Malawi für 726 Kinder. Dieses Schulbauprojekt übernimmt Landrat Stefan Rößle als Privatperson. Die geplante Grundschule liegt 20 km östlich von Salima im Dorf Kunghongo. Es handelt sich um eine typisch ländliche Region, in der ein Großteil der Bevölkerung aus armen Kleinbauern besteht. Bisher werden die Kinder unter Strohdächern unterrichtet. Bisher gibt es lediglich drei Klassenräume aus Stroh und 160 Kinder saßen in einem Klassenraum eng aneinander auf dem Boden.

3) Eine Finanzierung einer weiteren Schule wird durch die Gemeinde Mertingen in Namibia über Spendengelder initiiert und organisiert. Hierbei handelt es sich um ein Schulbauprojekt in der Kunene-Region. Dort ist eines der letzten frei und traditionell lebenden Völker angesiedelt, die Ovahimba, die zu den Herero gehören. Die Entfernung zu Windhoek beträgt ca. 900 km. Die Kinder haben dort Schulwege von bis zu 20 km einfacher Weg. Daher müssen sie an der Schule auch schlafen. Es wäre zu weit, den Weg jeden Tag zu laufen. Die Kinder schlafen derzeit auf dem nackten Erdboden, zugedeckt mit Lumpen und sind im Sommer sämtlichen Gefahren wie Schlangen und Skorpionen ausgesetzt. Im Winter haben sie mit Temperaturen zwischen +5 Grad und Minusgraden zu kämpfen.


Weitere Projekte in Burkina Faso mit Spendengeldern und Projektpartnern
geplant

Weitere Schulbauprojekte sind in Burkina Faso geplant. Die Kontakte zu diesen Projekten in Afrika entstanden durch langjährige Partnerschaften der Stadt Rain mit seiner Grundschule, der Gemeinde Genderkingen sowie durch persönliche Kontakte der Familie Keller mit Herrn Kambou, Herrn Pfaffendorf und Herrn Loy.

Beim Besuch des Botschafters aus Burkina Faso seiner Excellenz Herr Simplice Honore Guiblia, am 20. Mai 2017 in Rain und Genderkingen wurde klar, dass vor allem eine gute Bildung wichtig ist, damit sich Burkina Faso weiterentwickeln kann. Leider kann der Staat diesem Bedürfnis der Bevölkerung nur bedingt nachkommen. Aufgrund der Armut des Landes können nur Notschulen, sogenannte „Strohhüttenschulen“ („Ecoles sous pailotte“) errichtet werden. Es ist daher wichtig, dass u.a. solche Notschulen durch richtig gebaute „Normalschulen“ ersetzt werden. Daher wird sich der Landkreis für folgende Projekte in Burkina Faso einsetzten und um Spendengelder werben:

4) Schulkomplex in Taliere, Kommune Nako, Provinz Poni – Notschule – Strohhüttenschule ersetzen durch richtig gebaute Schule. Schulgebäude bestehend aus 3 Schulklassen mit Lagerraum, der auch als Büro dienen sollte. Außerdem Schullatrinen und Wohnung für die/den Lehrer (55.064 Euro).

5) Gesamtschule in Kommune Boussera, Provinz Poni – In der Gemeinde gibt es 27 Grundschulen, darunter 6 Strohhüttenschulen. Nach der Grundschule kommen die Gesamtschule (college) oder das Gymnasium (lycee). Die Kommune hat 2 Gesamtschulen, die aber entweder einen Raum des Gemeindeamtes als Klassenraum benutzen oder Strohhüttengesamtschule. Es soll eine Gesamtschule mit 4 Klassenzimmern und einem kleinen Lagerraum, der zum Teil auch als Büro dient, errichtet werden (50.540 Euro).

Außerdem soll im Hotel Maternel eine Außenküche eingerichtet werden. Das Hotel Maternel ist eine soziale Einrichtung. Sie ist eine Aufnahmestelle für ausgesetzte und in Gefahr gekommene Kinder vom Säuglingsalter bis 15 Jahre. Dabei geht es u.a. um die Unterbringung und Ernährung der Kinder, die Ausbildung der Mädchen in Näharbeiten und die Herstellung von Seife sowie die soziale Wiedereingliederung und die Einschulung und Vorschulbetreuung der Kinder (9.600 Euro). Die Küche soll an dem Kinderheim entstehen, das in den zurückliegenden Jahren durch Spenden finanziert wurde. Hier hatte sich als Organisator besonders Herr Josef Keller verdient gemacht.

Landkreis hat Spendenkonto eingerichtet

Für die Schulbauprojekte in Burkina Faso hat der Landkreis Donau-Ries ein Spendenkonto eingerichtet, auf dem alle Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen, Organisationen, Verbände und Vereine Spendengelder einzahlen können.
Die Kontonummer des Spendenkontos lautet: 20060000
(IBAN: DE38 722 501 60 00 200 600 00)

Als Stichwort bei einer Überweisung wäre „Spende – Eine Welt“ anzugeben.
Nach rechtlicher Überprüfung und Zustimmung der zuständigen Ministerien ist es dem Landkreis möglich, dass er für diese Spendengelder auch Spendenbescheinigungen ausstellt. Die ursprünglich angedachte Gründung eines Vereins ist somit nicht mehr erforderlich.

Um alle drei Projekte in Burkina Faso verwirklichen zu können, wären danach Spendengelder in Höhe von ca. 115.200 Euro erforderlich. Bei über 130.000 Einwohnern, die derzeit im Landkreis Donau-Ries leben, wäre das pro Einwohner nicht einmal 1 Euro. Landrat Stefan Rößle ist zuversichtlich, dass über Spendenaufrufe und gezielte Spendenaktionen die Summe aufzubringen ist. Der Landkreis stellt für Spenden ab 100 Euro eine Spendenquittung aus. Für Summen bis zu diesem Betrag genügt der Überweisungsbeleg als Spendennachweis für das Finanzamt. Aufgrund langjähriger bestehender persönlicher Kontakte und entsprechenden persönlichen Erfahrungen mit dem bereits über Spenden finanzierten Bau eines Kinderheims in Burkina Faso dürfen Spender davon ausgehen, dass die Gelder 1:1 vor Ort ankommen.

Somit sind bereits für fünf Schulbaumaßnahmen in Afrika die Weichen gestellt. Sobald die Spendengelder bereit stehen, kann mit dem Bau begonnen werden.


Weitere geplante Schulbauprojekte mit der Stiftung FLY&HELP

Am Vormittag hatten Landrat Stefan Rößle, Gunter Freissle und Reiner Meutsch Gespräche mit weiteren möglichen Kooperationspartnern geführt. Dabei konnten zum Teil bereits weitere große Fortschritte erreicht werden. Man darf davon ausgehen, dass in den nächsten Monaten weitere Zusagen für Schulbaumaßnahmen in Afrika folgen werden.

Landrat Stefan Rößle gab als Ziel aus, bis 2020 insgesamt zehn Schulen in Afrika über Bürgerspenden, Sponsoren bzw. Projektpartner aus dem Landkreis Donau-Ries zu bauen.

Hinweis auf sonstige geplante und laufende Projekte im Bereich der Entwicklungshilfe

Neben den genannten Schulbaumaßnahmen gibt es weitere Entwicklungshilfeprojekte und Planungen im Rahmen der kommunalen Partner- und Patenschaften.

So gibt es u.a. folgende Kontakte und Projekte: 

Unterstützung des Irene Salimi Kinderhospitals in Afghanistan/Kabul durch unser gKU, welches die Familie Gerolf Dechentreiter und die Georg-Dechentreiter-Stiftung aufgebaut hat und betreibt.

Unterstützung des Flüchtlingslagers in Tschama e Babrak (Afghanistan – Kabul – Distrikt 4) im Rahmen von gezielten Projekten und Sachspenden für Kinder. 
Geprüft werden weitere Projekte, wie z.B. den Bau von Kühlhäusern in Kabul – Projektverbindung über Herrn Hamid sen.

Der Abfallwirtschaftsverband hat bereits an einer Fachinformationsreise für jordanische Kommunen zum Thema „kommunale Abfallwirtschaft“ in Eschweiler teilgenommen. Als Ergebnis dieses Termins hat der AWV bereits vor Ort die Stadt Jerash im Nordwesten von Jordanien besucht und bezüglich dem Aufbau einer kommunalen Abfallentsorgung beraten. Weitere Projektanträge wurden bei Engagement Global gestellt. Es ist z.B. geplant, dass noch 2017 Vertreter der Stadt Jerash zur Schulung beim AWV nach Donauwörth kommen. Die Stadt Jerash und Umgebung hat ca. 80.000 Einwohner, hinzu kommen nochmals rund 30.000 Flüchtlinge aus Syrien.


Infokasten zur Stiftung FLY&HELP

Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP Langstraße 10 57612 Kroppach
Hauptziel der Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP ist die Förderung von Bildung und Erziehung. Mit der Hilfe der Spender errichtet die Stiftung schwerpunktmäßig neue Schulen in Entwicklungsländern. Bisher konnten schon 137 Projekte rund um den Globus initiiert, gefördert und betreut werden. Dabei ist das Ziel der Stiftung, dass jährlich 30 neue Projekte umgesetzt werden.

Mit der Unterstützung von FLY & HELP kann vielen Kindern weltweit eine bessere Schulbildung ermöglicht werden. Jeder Cent der gespendet wird, fließt ausschließlich in diese Projekte. Schon mit kleinen Beiträgen kann die Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP viel bewirken.
Die Stiftung leitet alle eingehenden Gelder in voller Höhe weiter. Ohne Abzug von Verwaltungs-, Werbungs- oder Organisationskosten. Denn Reiner Meutsch trägt alle Kosten privat bzw. diese werden von Sponsoren übernommen.

Gleichzeitig überprüft die Stiftung die ordnungsgemäße Verwendung der Spenden. Sie arbeitet ausschließlich mit seriösen Organisationen in den Ländern vor Ort zusammen.