Glückstreffer: Schmecken - ein kulinarischer Kochkurs - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Glückstreffer: Schmecken - ein kulinarischer Kochkurs

10.12.2018: „So schmeckt's nur Dahoim.“ Zehn glückliche Gewinner erhielten am letzten Freitag im November die Gelegenheit, in die traditionell bayrisch-schwäbische Küche einzutauchen und vom Chefkoch Uli Großmann vom „Club der Köche Donau-Ries e.V.“ kleine und große Kniffe gezeigt zu bekommen.

Erfreut über die Inbetriebnahme in Donauwörth_Bildquelle Christina Bleier
Erfreut über die Inbetriebnahme in Donauwörth_Bildquelle Christina Bleier

Die Hobbyköche, die sich an diesem Abend in der Küche der VHS Nördlingen eingefunden hatten, sind - bis auf wenige - alle schon seit Jahren begeisterte Freizeitköche, achten auf gute Qualität der Lebensmittel und wenn möglich, bereiten sie ihre Speisen mit Zutaten aus der Region zu. „Unter den Augen eines Chefkochs zu kochen ist aber noch einmal etwas ganz anderes“, erklärte Sandra aus Baldingen, zweifache Mutter, die trotz Berufstätigkeit auf eine gesunde Ernährung achtet.

Zu dem außergewöhnlichen Kochkurs mit Uli Großmann vom ‚Club der Köche Donau-Ries‘ hatte der Wirtschaftsförderverband DONAURIES e.V. eingeladen. Vorausgegangen war eine Umfrage zum Thema: So schmeckt's nur Dahoim. Zehn glückliche Gewinner erhielten am vergangenen Freitag die Gelegenheit, in die traditionell bayrisch-schwäbische Küche einzutauchen und vom Chefkoch kleine und große Kniffe gezeigt zu bekommen.

Uli Großmann ließ die Teilnehmer gleich zu Beginn selber entscheiden, an welchem Teil des Menüs sie arbeiten wollen. Die vorbereiteten Lebensmittel standen verteilt an den Arbeitsplätzen in der Küche, die passenden Rezepte lagen daneben. Ganz selbstverständlich hatte sich die Gruppe im Raum verteilt und fing fachmännisch an zu kochen, als wäre es das Normalste der Welt. Sie schälten, schnipselten und kneteten, um die beliebtesten Gerichte aus dem Landkreis Donau-Ries zu zubereiten: die Rieser Hochzeitssuppe, der Schwäbische Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und die Apfelküchle.

Konzentriertes Arbeiten, geschäftige Ruhe, kurzes Nachfragen beim Chefkoch, manchmal waren nur die Geräusche der Gasflammen und der schneidenden Messer zu hören. Ernst kocht seit drei Jahren und begeistert mittlerweile auch seinen Sohn. „Ich koche gerne, weil ich gerne esse“, erzählte er grinsend.

Uli Großmann, 2. Kreisvorsitzender des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes, kocht seit 1982 leidenschaftlich gerne. Als Vorstandsmitglied im Landesverband der Köche Bayern setzt er sich besonders für die Jungköche im Donau-Ries ein. In Kürze wird er seinen 800. Kochkurs geben. An diesem Abend hatte er es sich nicht nehmen lassen, an der Menüfolge zu feilen. Gertrud, seine Lebensgefährtin und gute Seele, hatte beim Vorbereiten geholfen, den Tisch festlich eingedeckt und den alkoholfreien Aperitif vorbereitet. „Bei den Kochkursen wird auch stets Rücksicht auf eventuelle Unverträglichkeiten der Teilnehmer genommen“, verriet Gertrud.

Während es in der Küche duftet und die Teilnehmer begeistert herumwuseln, erzählt Sandra aus Holheim, dass sie für ihre Tochter eingesprungen sei, weil diese leider verhindert wäre. Dabei strahlte sie über das ganze Gesicht. Edeltraud aus Burghausen kocht gerne, am liebsten mit Gemüse und Kräutern aus dem eigenen Garten. An der Schule wählte Heiner aus Rain das Wahlfach ‚Kochen‘. Später ergänzte er sein Können durch VHS-Kurse. „Ich experimentiere schon mal gern in der Küche“, verriet er an diesem Abend.

Im Fernsehen wird es gezeigt: Kochen ist wieder ‚in‘. Dem Trend dazu verdanken wir nicht zuletzt der Erkenntnis, dass auch gesunde Ernährung den Körper fit hält. Regionale Produkte haben einen überaus hohen Stellenwert und sind der Garant für hochwertige Qualität. Die Begeisterung am Kochen, Backen und Konservieren nimmt in den letzten Jahren bei allen Generationen zu.

Während fleißig gebrutzelt wurde, sahen die Beteiligten den anderen über die Schultern. Sebastian aus Mertingen, der bisher noch wenig Kocherfahrung hat, probierte sich an den Äpfelküchle im Bierteig und wurde dabei von Ulrike aus Hohenaltheim tatkräftig unterstützt. Andrea ebenfalls aus Mertingen, richtete liebevoll den Gruß aus der Küche her: Filetstücke von der heimischen Räucherforelle mit Meerrettich auf Pumpernickelerde. Viel Freude bereitet es Christine aus Altisheim, Speisen für ihre Familie zuzubereiten: „Weil es ihnen schmeckt.“ Oliver aus Tapfheim verriet: „Da ich gerne koche, hatte meine Schwester für mich am Wettbewerb teilgenommen.“ Seine Freude darüber vermochte man zu sehen.

Die kulinarischen Köstlichkeiten wurden am Ende eines kurzweiligen Abends mit guter Unterhaltung und allerlei Gelächter gemeinsam genossen. Nach dem alkoholfreien Aperitif und dem Gruß aus der Küche folgte die Rieser Hochzeitssuppe, die unter anderem mit Bratklößchen verfeinert war und die nicht jeder der Teilnehmer kannte. Beim Beilagensalat überraschte der geraspelte Kohlrabi. Der Schwäbische Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Brokkoli verführte den einen oder anderen nochmal zum Nachschlag. Zum krönenden Abschluss gab es Apfelküchle mit Eis und Sahne. Das gemeinsame Hobby und die Sympathie unter den Anwesenden führte zu einem außergewöhnlich harmonischen Abend. Tolle Köche hatten ein gelungenes Menü gezaubert und ließen den letzten Novemberabend genussvoll enden.

Weitere Eindrücke, Bilder und Rezepte des Kochabends finden Sie auf dem Regionalportal www.donauries.bayern/schmecken.

 

Rezepte:

Rieser Hochzeitssuppe

Mit Rinderknochen oder Rinderbrust zusammen mit Wurzelgemüse, Zwiebel, Lorbeerblatt und Pfefferkörner eine kräftige Brühe kochen.

 

Leberklößchen: 100g gemahlene Rinderleber, 1 Semmel, 30 g Zwiebel gewürfelt, etwas Butter, 1 Ei, 50 g Semmelbrösel, Salz, Pfeffer, Muskat, Majoran und etwas feingehackte Petersilie.

Die Zwiebelwürfel mit der Petersilie in der Butter glasig anschwitzen. Die Semmel in Wasser einweichen und ausdrücken. Jetzt aus allen Zutaten eine Masse herstellen und mit der Hand Klößchen formen. Im leicht gesalzenem Wasser ca. 5 Minuten köcheln.

 

Brätklößchen: 100 g Kalbsbrät, 1 Semmel, 1 Ei, 59 g Semmelbrösel, gehackte Petersilie, etwas Salz und Muskat.

Die Semmel in Wasser einweichen, ausdrücken und mit den restlichen Zutaten zu einem Teig verarbeiten. Im leicht gesalzenem Wasser ca. 5 Minuten köcheln.

 

Grießnockerl: 1 Ei, 50 g Hartweizengrieß, 20 g Butter, gehackte Petersilie, Salz und Muskat.

Die Butter mit dem Kochlöffel cremig rühren und dann alle Zutaten zu einer Masse verarbeiten. Mit dem Teelöffel kleine Nockerl formen und in leicht gesalzenem Wasser ca. 5 Minuten köcheln.

 

Rieser Knöpfle: 1oo ml Milch, 2 Eier, 50 g Grieß, Salz und Muskat, sowie Fett zum Ausbacken.

Die Milch aufkochen, den Grieß einrühren und aufkochen lassen. Mit den Eiern abbinden und mit Salz und Muskat würzen. Nockerl Formen und in schwimmenden Fett ausbacken.


 

Schwäbischer Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln

Pro Person einen Rostbraten von 200 g aus der Rinderlende schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen. In einer Pfanne in wenig heißem Öl auf jeder Seite je nach Wunsch 2 – 3 Minuten braten.

 

Röstzwiebeln: von mittleren Zwiebeln feine Ringe schneiden oder mit einem Hobel hobeln. Die Zwiebeln einmehlen und etwas Paprikapulver untermischen. In reichlich heißem Fett ausbacken oder falls eine Fritteuse vorhanden dort ausbacken.

 

Bratkartoffeln: von festkochenden Kartoffeln Pellkartoffeln kochen, diese schälen und gut auskühlen lassen. Dann in Scheiben schneiden und in Butterschmalz goldgelb braten. Würzen mit Salz und Pfeffer, je nach eigenem Geschmack auch mit Kümmel.

 

Herstellen einer braunen Grundsoße: 1Kg Knochen und Fleischabschnitte vom Schwein mit etwas Öl in einem Topf scharf anbraten. 100 g Möhren, 100 g Sellerie und 100 g Zwiebeln schälen, grob würfeln, zu den angebratenen Knochen geben und mitrösten. Jetzt 2 Esslöffel Tomatenmark zugeben und ebenfalls mitrösten. Jetzt mit wenig Wasser ablöschen, das Wasser einreduzieren bis die Flüssigkeit weg ist. Wacholderbeeren Pfefferkörner und zwei Lorbeerblätter zugeben, dann mit 2,5 Liter Wasser auffüllen und mindestens 2 Stunden kochen lassen. Danach die Soße abpassieren und mit in Wasser angerührter Speisenstärke abbinden. Abschmecken mit Salz und Pfeffer. Zum Bevorraten Soße in Eiswürfelbehälter einfrieren oder in Gläser einmachen.


 

Apfelküchle

Rezept für 6 Personen

250 g Mehl, 3 Eier, 200 ml Bier, eine Prise Salz, 80 g Zucker, 5 Äpfel, Öl zum Ausbacken und Zimt.

 

Bierteig: mit Mehl, Bier, den Eiern, 50 g Zucker und einer Prise Salz einen Bierteig herstellen.

Den restlichen Zucker mit Zimt vermengen zum Bestreuen der Apfelküchle.

Die Äpfel schälen, das Kerngehäuse mit einem Ausstecher entfernen. Anschließend die Äpfel in ein Zentimeter dicke Scheiben schneiden.

Die Apfelscheiben im Bierteig eintauchen und auf beiden Seiten im heißen Öl goldgelb ausbacken und mit Zimt – Zucker bestreuen.

 

Rezepte: Uli Großmann vom Club der Köche Donau-Ries e.V.




von Irene Hülsermann