Holheim: Waldrandoptimierung am Lindle - Ein Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Holheim: Waldrandoptimierung am Lindle - Ein Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt

20.02.2017: Im Rahmen des LIFE+ Projektes Heide-Allianz werden vielfältige Maßnahmen zur Förderung der biologischen Vielfalt in den Natura-2000-Gebieten umgesetzt. An vielen Orten wurden die Magerrasen gepflegt, von aufkommenden Büschen befreit, alte Hutebäume wieder frei gestellt. An diese Pflege ist man schon beinahe gewöhnt.

Foto Karin Weiß, Heide-Allianz: Ein Teil des Baumbestandes am Lindle wird entnommen, damit wieder mehr Licht in den Wald kommt und die Artenvielfalt steigt. Die Maßnahme dient der Insekten- und Vogelwelt.
Die Waldrandoptimierung des Lindle bei Holheim erhält hingegen den Waldcharakter, es wer-den aber gezielt einige Bäume entnommen, so dass der Waldrand lichter und stärker durchsonnt wird. Die zu entnehmenden Bäume sind bereits angezeichnet. In wenigen Tagen ist mit dem Beginn der Maßnahme zu rechnen.

Der Wald am Lindle ist Teil des Natura-2000-Gebietssystems und unterliegt damit europäischem Schutz. Begründet wurde der Wald durch Aufforstung eines ehemaligen Magerrasen- und Triftweidesystems. Bei der Erstaufforstung, die wohl in die 60´er Jahre des vergangenen Jahrhunderts datiert werden kann, wurden vor allem Waldkiefern gepflanzt, wei-terhin Lärchen. Zumeist ist die Ordnung der alten Pflanzmuster noch er-kennbar. Die Magerrasenvegetation im Unterwuchs hat sich im lichten Bestand der Kiefern erstaunlicherweise über die Jahrzehnte zum Teil gehalten. Dieser Waldrand ist gleichzeitig für den Schäfer auch Teil des Triebwegsystems, auf seinem Weg vom Lindle zum Lachberg.

Welche Ziele werden nun mit der Waldrandoptimierung am Lindle verfolgt? Der Schäfer soll mit seiner Herde besser durch den lichten Waldrand von einer Weidefläche zur anderen ziehen können. Es sollen blütenbunte Krautsäume gefördert werden. Davon profitieren wiederum Schmetterlinge, Bienen, Hummeln und auch manche blütenbesuchende Käferart. Relikte der Magerrasenvegetation können sich auf sonnigen Inseln halten. Der Wald soll sich langfristig in Richtung lichter, naturnaher Buchenwald entwickeln. Die Buche ist im Unterwuchs vielerorts bereits vorhanden. Allmählich soll sich der Bestand also von einem überwiegenden Nadelholzwald zu einem stabilen, artenreichen Mischbestand entwickeln. Für Spaziergänger wird das Landschaftsbild attraktiver und abwechslungsreicher. Gerade Kanten werden durch geschwungene Linien ersetzt, dies fördert die Habitatvielfalt und so auch die Anzahl von Revierbildungen für verschiedenste Vogelarten wie Grasmücken, Drosseln und Fitis.

Auch nach der Pflegemaßnahme sollte es selbstverständlich sein, dass Menschen und auch Hunde auf den Wegen bleiben und der Wald ein beruhigter Bereich ist.




Infokasten LIFE+ Natur-Projekt „Heide-Allianz: Biologische Vielfalt und Biotopverbund im Nördlinger Ries und Wörnitztal“

• Laufzeit 08/2013 bis 09/2018
• Projektgebiet: FFH- und Vogelschutzgebiete (NATURA 2000-Gebiete) am südlichen Riesrand und südl. Wörnitztal
• Gesamtvolumen: 2,5 Mio €
• Förderung durch die Europäische Union (1,25 Mio €)
• Projektträger und –Partner: Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, Landkreis Donau-Ries, Rieser Naturschutzverein, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, Bund Naturschutz Kreisgruppe Donau-Ries
• Nähere Informationen: www.life-heide-allianz.de, Geschäftsstelle Heide-Allianz, Landratsamt Donau-Ries, info@life-heide-allianz.de, 0906/74-123