Vorbericht zur Einweihung und Indienststellung des Rettungshubschraubers in Sinbronn (Dinkelsbühl) am 2.9.2015 - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Vorbericht zur Einweihung und Indienststellung des Rettungshubschraubers in Sinbronn (Dinkelsbühl) am 2.9.2015

31.08.2015: Am 2. September wird in Sinbronn / Dinkelsbühl die Indienststellung des Rettungshubschraubers „Christoph 65“ im Rahmen einer offiziellen Einweihungs-stunde gefeiert. Damit geht ein Prozess zu Ende, für den sich Landrat Stefan Rößle, unterstützt von den Mitgliedern des Donau-Rieser Kreistags und vielen Angehörigen der Rettungsorganisationen, über Jahre hinweg eingesetzt hat. 

Kundgebung Rettung 22.1.2011

Am 2. September wird in Sinbronn / Dinkelsbühl die Indienststellung des Rettungshubschraubers „Christoph 65“ im Rahmen einer offiziellen Einweihungs-stunde gefeiert. Damit geht ein Prozess zu Ende, für den sich Landrat Stefan Rößle, unterstützt von den Mitgliedern des Donau-Rieser Kreistags und vielen Angehörigen der Rettungsorganisationen, über Jahre hinweg eingesetzt hat. Letztendlich mit einem positiven Ausgang. Für Landrat Rößle ist dies der Zeitpunkt nochmals zurückzublicken.

Ministerpräsident Seehofer setzt sich über Gutachten hinweg

Bereits Anfang 2010 war bekannt, dass ein entsprechendes Gutachten den Standort Donauwörth präferiert, wodurch insbesondere auch ein weißer Fleck im nördlichen Teil des Rieses und im südlichen Landkreis Ansbach abgedeckt würde, was bei einem Standort in Augsburg nicht der Fall wäre. Aus dem Bayerischen Innen-ministerium wurde mitgeteilt, bei der Entscheidung rein objektive Gesichtspunkte heranzuziehen. Im April 2010 verabschiedete der Kreistag des Landkreises Donau-Ries einstimmig eine Resolution, wonach der Standort des Rettungshubschraubers in der Region Donauwörth liegen muss. Die Politiker des Landkreises forderten, dass alle unsachlichen Interventionen unterbleiben müssen, da es bei der anstehenden Entscheidung einzig und allein um die Rettung von Menschenleben geht. Mit Unverständnis und Enttäuschung wurde dann auch die Entscheidung von Minister-präsident Seehofer vom 14. Juli 2010 aufgenommen, dass der Rettungs-hubschrauber in Augsburg stationiert wird. Doch dieser Schock hielt nur kurz an. Bereits am nächsten Tag schrieb Landrat Rößle dem Ministerpräsidenten, dass er es nicht akzeptiert, wenn ein Patient aus unserem Landkreis aufgrund dieser Standort-entscheidung auch nur eine Minute später in eine geeignete Klinik kommt. Weiter forderte er, dass die Lücken in Nordschwaben und Südmittelfranken durch eine Standortverlegung oder einen weiteren zusätzlichen Standort geschlossen werden müssen. Zudem übte der Landrat Druck über den Rettungszweckverband Augsburg aus, in dem er klarstellte, dass eine Unterversorgung im Landkreis Donau-Ries nicht hingenommen wird.

Ein harter Kampf geht in die nächste Runde – offener Protest des Landrats bei Zweckverbandssitzung und öffentliche Großkundgebung

Ein weiteres Tauziehen über einen zusätzlichen Luftrettungsstandort nahm damit seinen Anfang. In der groß angelegten Kundgebung „Pro Rettungshubschrauber – Eine Region steht auf“ am 22. Januar 2011 in Nördlingen schloss sich eine große Zahl von Bürgern und Angehörigen der Rettungsorganisationen den Forderungen der lokalen Politiker an. Vehement wurde eine andere Lösung für Nordschwaben und Südmittelfranken und die Beseitigung des „weißen Versorgungsflecks“ in unserer Region gefordert. Am Tag zuvor sorgten Landrat Stefan Rößle und die damaligen Donau-Rieser Verbandsräte Jürgen Landgraf und Dr. Robert Fischer für Aufsehen. Aus Verärgerung über die Missachtung der Donau-Rieser Anliegen verließen sie vorzeitig eine Sitzung des Rettungszweckverbandes Augsburg. Trotz der noch laufenden Anhörung sollte nämlich bereits der Beschluss gefasst werden, das Vergabeverfahren für den Rettungshubschrauber am Klinikum in Augsburg freizugeben. Von einem „abgekarteten Spiel“ und einer „Farce“ sprachen damals Landrat Rößle und die beiden Verbandsräte. Die nächsten Rückschläge waren hinzunehmen, als sich im weiteren Verlauf der Jahre 2011 und 2012 eine angedachte Kooperation mit Baden-Württemberg zerschlug und auch eine zunächst angedachte Verlegung eines Rettungshubschraubers von Nürnberg nach Roth nicht zustande kam.

Im Mai 2013 endlich die erfreuliche Wende – die letzte Versorgungslücke in unserer Region schließt sich 

Umso größer war dann die Erleichterung, als das Bayerische Innenministerium nach zahllosen weiteren Gesprächen und Verhandlungen mit Bescheid vom 6.5.2013 den Flugplatz Dinkelsbühl-Sinbronn als Standort für einen weiteren Rettungs-hubschrauber festlegte. Nachdem mit der ADAC-Luftrettung ein Betreiber gefunden und zu guter Letzt auch noch die Finanzierungsfrage geklärt werden konnte, schließt sich nun die Versorgungslücke für die Menschen in Nordschwaben und Südmittelfranken. Für Landrat Rößle ein Beleg, dass Hartnäckigkeit und Einsatz häufig doch belohnt werden. Wenn es wie hierbei um die Rettung von Menschen-leben geht, ist dies, so der Landrat, natürlich ein besonders wertvoller Lohn.