„Roboterinnovationen 2020“: Neuheiten zur Mensch-Roboter-Kooperation, Greiftechnik und mobile Roboter beherrschen Tagung – Kollege Roboter im Kommen! - Landkreis Donau-Ries

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„Roboterinnovationen 2020“: Neuheiten zur Mensch-Roboter-Kooperation, Greiftechnik und mobile Roboter beherrschen Tagung – Kollege Roboter im Kommen!

19.11.2015: Der großflächige Einsatz von Robotern und automatisierten Fertigungsstraßen ist in der Produktion 2020 nicht mehr wegzudenken, wie beim jüngsten Technikforum „Roboterinnovationen 2020“ am Technologie Centrum Westbayern (TCW) eindrucksvoll klar wurde.

„Der Kollege Roboter ist bald auch im Mittelstand Realität in der Produktion“, begrüßte Prof. Dr.-Ing. Markus Glück (Hochschule Augsburg / TCW) die aus ganz Deutschland angereisten 95 Teilnehmer.

In 8 Gastvorträgen erläuterten die aus ganz Deutschland angereisten Experten ihre Sicht der zukünftigen Entwicklungen und stellten den aktuellen Stand der technischen Entwicklungen vor. In der Mittagspause wurden in der neuen Roboter- und Maschinenhalle die ersten Anwendungsbei-spiele anschaulich demonstriert.

Im Eingangsreferat befasste sich Otmar Honsberg (KUKA Systems, Augsburg) mit einer methodischen Vorgehensweise bei der Entwicklung von Arbeitsstationen für die Mensch-Roboter-Kooperation (MRK). Diese erfordere einen mehrstufigen Einführungsprozess. Am Beginn stünden Machbarkeitstests und die Klärung von Fragen der Arbeitssicherheit sowie das Leisten von Über-zeugungsarbeit, denn durch die Montageroboter sollen Menschen unterstützt und von belastenden Arbeitsschritten entlastet werden.

Carsten Busch vom Roboterhersteller ABB Automation (Friedberg) stellte im Anschluss den neuen zweiarmigen Montageroboter für Kleinteile vor. Mit Kamera bestückt, soll er möglichst schnell an einem Arbeitsplatz in Betrieb gehen und die Werker entlasten. Wichtig ist auch hier, dass der Mensch den Arbeitstakt vorgibt.

Von der bekanntesten Maschinenbau Universität in Deutschland, der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) in Aachen war Prof. Dr. Mathias Düsing gekommen. Er stellte neue Ansätze für Roboterarme vor, die wiederum als Handlanger Industrieroboter unterstützen, damit die Zusammenarbeit unter den Maschinen verbessert wird und auf den heute noch aufwen-digen Bau von Hilfsvorrichtungen in Zukunft verzichtet werden kann.

Über neuartige Techniken zur Roboterprogrammierung berichtete im Anschluss Dr. Markus Rickert von der fortiss GmbH, einem An-Institut der TU München. „Das Anlernen von Robotern muss in er Zukunft kinderleicht gestaltet werden. Heute schaffen wir es bereits 6 mal schneller zu sein als ein Programmierexperte bei klassischer Zeilenprogrammierung.
Professor Andreas Fischer hat sich mit seinem Team vor kurzem aus der Fraunhofer Gesellschaft ausgegründet. Sein Unternehmen AGCO GmbH hat den 3D Druck mit Industrierobotern mittlerweile zur Serienreife gebracht. Erste Einsatzbeispiele standen im Mittelpunkt seines Vortrags.

Mobile Roboter und neue Lösungsansätze in der Lagerlogistik stellte Kirt Läske (swisslog, Buchs-CH) in den Mittelpunkt seines Gastreferats. „Mir Roboterunterstützung schaffen wir es heute bis zu 400 Pakete pro Stunde im Versandhandel zu packen oder aus einem Container zu entnehmen. Dies entlastet die Menschen enorm. In manchen Lagern müssen Menschen heute noch in einer Schicht bis zu 18 km am Tag zu Fuß laufen.“

Thomas Lesch vom Tochterunternehmen inos der Grenzebach Gruppe (Stuttgart) zeigte anhand zahlreicher Praxisbeispiele und Filmsequenzen auf, wie heute bereits in der Automobilproduktion durch den Einsatz von Kameramesstechnik Fertigungsprozesse mit Robotern optimiert werden und welche Chancen sich dadurch auch Mittelstandunternehmen anderer Branchen eröffnen.

Der in der Open Source Gemeinde entstandene Softwarebaukasten ROS (Robot Operational System) sowie die Verwendung von Apps im Roboterumfeld fasziniert derzeit die Anwender und Hersteller von Robotern weltweit. Dr. Mirko Bordignon (Fraunhofer IPA, Stuttgart) stellte einige der neuen Möglichkeiten dieser im Internet bereitgestellten Entwicklungsumgebung näher vor.

Veranstaltungspartner waren die Hochschule Augsburg, die VDI/VDE Bezirksvereine Augsburg und der Cluster Mechatronik & Automation e.V. Weitere Details - auch zu den nächsten Fachforen - im Internet unter www.tcw-donau.-ries.de oder auf Anfrage, Tel. 09081 8055-100.