Konzertierte Aktion für Kathrein-Mitarbeiter - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Konzertierte Aktion für Kathrein-Mitarbeiter

24.11.2015: Politik, Arbeitsagentur und Kammern stimmen Aktionsplan ab Donauwörth/Nördlingen (pm). Es soll ein Signal an die rund 700 von der Schließung des Nördlinger Kathrein-Werkes betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein: Politik, Arbeitsagentur und Kammern im Landkreis Donau-Ries werden alles versuchen, um den Männern und Frauen den Weg ins weitere Berufsleben zu erleichtern.

Dies wurde bei einem Treffen in der Nördlinger Bundesstube deutlich, bei dem weitere Maßnahmen besprochen wurden.
Nördlingens Oberbürgermeister Hermann Faul hatte eine konzertierte Aktion gefordert, um den Betroffenen bestmöglich zu helfen. Auch der Vorstand des Wirtschaftsförderverbandes Donau-Ries unterstützte den Vorschlag und so gab es jetzt ein Treffen mit Vertretern des Landkreises, allen voran Landrat Stefan Rößle, der Stadt Nördlingen, der Fa. Kathrein, der Industrie- und Handelskammer Schwaben (IHK), der IHK Akademie Schwaben, der Handwerkskammer Schwaben (HWK), Kreishandwerkerschaft, der Agentur für Arbeit und den beiden Abgeordneten Ulrich Lange und Wolfgang Fackler.

Dabei berichtete Erich Schmidt, technischer Geschäftsleiter von Kathrein in Nördlingen, dass die Auszubildenden weitgehend versorgt sind. Die Kündigung der 700 Mitarbeiter erfolgt hauptsächlich in zwei Wellen: Die erste entfaltet ihre Wirkung zum 20. Dezember, die zweite Welle erfolgt zum 30. April. Alle Mitarbeiter haben Angebote zur Abfindung erhalten, so Schmidt. Außerdem werde Kathrein Mitarbeitern, die schon früher ausscheiden wollen, keine Steine in den Weg legen.

Die Agentur für Arbeit, so war zu hören, führt bereits Einzelgespräche mit Kathrein-Mitarbeitern, erste Bewerbungstrainings sind gelaufen, weitere werden folgen. Außerdem werden gerade Weiterqualifizierungsmaßnahmen vorbereitet, dazu sei man im Gespräch mit möglichen Trägern.

Auch bei den Kammern sind erste Weiterbildungsmaßnahmen in Vorbereitung. Dies ist erforderlich, da rund ein Drittel der Mitarbeiter über keine anerkannte Ausbildung verfügen.
Für die Kathrein-Mitarbeiter gibt es auch Ansprechpartner bei den beteiligten Institutionen: Für die IHK ist es Regionalgeschäftsführerin Bettina Kräußlich und für die Kreishandwerkerschaft Alban Faußner.

Für den Wirtschaftsstandort Donau-Ries nicht unerheblich ist auch die Frage, wie es mit dem Kathrein-Werk weitergeht. Dr. Wolfgang Hübschle, Geschäftsführer von Invest in Bavaria, informierte, dass das Gelände bereits angeboten werde.
Für Landrat Stefan Rößle ist es eine Herzensangelegenheit, dass sich auch der Landkreis Donau-Ries einbringt, um den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Kathrein neue Perspektiven aufzuzeigen. Ziel müsse es sein, dass sie schnellst möglich wieder einen Job in der Region finden. Daher begrüßte er ausdrücklich die Initiative von Regionalmanagement und Wirtschaftsförderverband Donau-Ries, eine Jobbörse für die Kathrein-Mitarbeiter zu organisieren. Diese findet am Dienstag, 1. Dezember, von 12 bis 16 Uhr im Technologie Centrum Westbayern in Nördlingen statt. Unternehmen können sich dort präsentieren und Kontakt zu neuen Fachkräften suchen.

Oberbürgermeister Faul dankte allen Beteiligten dafür, dass in so kurzer Zeit alles erdenkliche auf den Weg gebracht wurde, den Kathrein-Mitarbeitern zu helfen. Die Runde trifft sich weiterhin regelmäßig, um den Fortgang der Vermittlung und Entwicklung im Auge zu behalten.