Start für die Sprachlotsinnen - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Start für die Sprachlotsinnen

27.10.2015: Seit September stehen im Landkreis zwei Sprachlotsinnen für zusätzlichen Deutschunterricht zur Verfügung. Sie unterstützen Kinder mit Migrationshintergrund aus der Europäischen Union. Ziel dieses Projektes des Regionalmanagements Donau-Ries ist es, die Kinder schneller und besser zu integrieren.

Auftakt für die Sprachlotsinnen
In der stimmungsvoll hergerichteten Aula der Mittelschule Nördlingen begrüßte Landrat Stefan Rößle die 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Politik und Schule. Im Lernenden Landkreis Donau-Ries leisten die Schulen hervorragende Arbeit. Daher sei man 2013 auch zertifizierte Bildungsregion in Bayern geworden. Aber: „Beim Thema Integration sind wir alle gefragt.“ Hier unterstütze der Landkreis die Schulen bei der Integration, Willkommenskultur und Fachkräftesicherung.

Die Mittelschule Nördlingen zeigte in der "Interkulturellen Begrüßung" durch Schüler eindrucksvoll, wie Internationalität an der Schule Normalität ist. Schüler aus unterschiedlichsten Ländern begrüßten die Gäste in ihrer Muttersprache. An der Mittelschule Nördlingen sind inzwischen mehr als 30 Nationen zu Hause. Der Sprachschatz ist unermesslich.

Schulamtsdirektorin Renate Heinrich führte in das Donau-Rieser Sprachlotsenmodell ein. Die Sprachlotsen stellten eine Ergänzung des vielfältigen Sprachangebots der Schulen dar. Sie würden eng in den Regelunterricht Deutsch als Zweitsprache an den jeweiligen Schulen eingebunden. Die Sprachförderung in der Schule führten sie am Nachmittag z.B. durch Hausaufgabenbetreuung fort und ergänzten diese durch freizeitpädagogische Angebote. „Die Aufgaben des Lotsen sollen nicht die bereits vorhandenen Aktivitäten der ehrenamtlichen Helfer und Verbände im Bereich Schule und Sprachförderung ersetzen, sondern vielmehr diese ergänzen und verbinden“, betonte Heinrich.

Die Rektorinnen Johanna Eberhardt (Hans-Schäufelin-Grundschule Nördlingen), Marga Riedelsheimer (Mittelschule Nördlingen) und Rektor Werner Freißler (Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth) berichteten über die ersten Erfahrungen mit den Sprachlotsinnen und zeigten auf, wie flexibel und bedarfsorientiert diese eingesetzt werden können. In der Grundschule in Nördlingen achtet man darauf, dass Kinder ohne Kenntnisse schnell dem Unterricht folgen können. In der Mittelschule Nördlingen geht es eher darum, die Schülerinnen und Schüler zusätzlich zum Unterricht "Deutsch als Zweitsprache", durch gezieltes, zusätzliches Wortschatztraining und Intensivkurse fit für einen Abschluss und eine Berufsausbildung zu machen. Dadurch sollen ihre Chancen bezüglich des Besuches weiterführender Bildungswege erhöhen werden. Auch zeigte die Schulleiterin mit einem anschaulichen Modell, dass die Sprachlotsin ein weiteres, wichtiges Puzzleteil der Sprachförderung an der Schule sei, das einen wichtigen Beitrag zur Integration leiste. In der Mittelschule Donauwörth liege der Schwerpunkt auf den Themen Sprache und Alltagsbewältigung. Dabei werden Jugendlichen, die erst seit kurzem aus dem EU-Ausland nach Deutschland zu den Eltern nachgezogen sind, grundlegende Kenntnisse der deutschen Sprache sowie das Verhalten in Alltagssituationen vermittelt. Die Unterrichtsstunden finden dabei auch nachmittags statt.

Die Sprachlotsinnen Barbara Hettenkofer und Daniela Gütinger von der Kolping Akademie in Donauwörth berichteten über ihre Erfahrungen an den Schulen. Das Lehrerkollegium freue sich über die Unterstützung und die Kinder hätten viel Spaß am Unterricht.

Das Schlusswort sprach Oberbürgermeister Hermann Faul, der als Mitglied im Kreisausschuss das einmalige und innovative Projekt von Anfang an begleitete. Er dankte den Beteiligten für ihr Engagement, betonte aber auch, dass es permanent optimiert und in geraumer Zeit evaluiert werden müsse, um eine hohe Qualität zu gewährleisten.

Passend zum Thema war auch die musikalische Begleitung durch die Schulband der Mittelschule, die Lieder zum Thema Migration wie "Menschen helfen Menschen" und andere wählten.

Der Kreisausschuss hatte das Projekt von Regionalmanager Klemens Heininger im September genehmigt. Die Kosten teilen sich der Landkreis Donau-Ries und das Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat.

Unser Bild zeigt (v.l.n.r.): Gabriele Fischer (Leiterin Kolping Akademie in Donauwörth), Sprachlotsin Barbara Hettenkofer, Regionalmanager Klemens Heininger, Landrat Stefan Rößle, Rektor Werner Freißler (Ludwig-Auer-Mittelschule Donauwörth), Schulamtsdirektorin Renate Heinrich, Rektorin Johanna Eberhardt (Hans-Schäufelin-Grundschule Nördlingen), Rektorin Marga Riedelsheimer (Mittelschule Nördlingen) und Oberbürgermeister Hermann Faul.