Rückblick auf die Brachvogelbrutsaison - Die Gebietsbetreuerin zieht Bilanz - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Rückblick auf die Brachvogelbrutsaison - Die Gebietsbetreuerin zieht Bilanz

10.09.2015: Zusätzlich zum Wiesenweihenschutz führte die Gebietsbetreuerin Nördlinger Ries, Judith Kronberg, dieses Jahr erstmalig Einzelgelegeschutz bei dem vom Aussterben bedrohten Großen Brachvogel durch. In den Wiesenbrütergebieten Deiningen/Alerheim, Munningen und Heuberg/Nittingen ermittelte sie, zusammen mit dem langjährigen Wiesenweihenbetreuer Konrad Bauer, die Gelegestandorte.

Foto: Partsch
Die beiden Artenschützer versuchten, die im Wiesenweihenschutz gewonnenen Erfahrungen auf den Großen Brachvogel zu übertragen. 14 Revierpaare konnten in den Wiesenbrütergebieten Deiningen/Alerheim und Heuberg/Nittingen gezählt werden, das Gebiet in Munningen blieb unbesetzt.
Von fünf der Paare gelang die genaue Ortung des Gelegestandortes vom Feldweg aus. Drei dieser Paare im Wiesenbrütergebiet Deiningen/Alerheim brüteten erfolgreich und zogen insgesamt acht flügge Jungvögel groß. In den letzten 20 Jahren wurden in diesen Wiesenbrütergebieten meist nur bis zu drei Jungvögel jährlich flügge, in einigen Jahren blieb der Bruterfolg gänzlich aus.

„Brachvögel verhalten sich sehr heimlich. Es ist schwierig, die genauen Neststandorte zu ermitteln, ohne die Wiesen zu betreten“ erklärt die Gebietsbetreuerin. Das Aufsuchen der Nester würde aber eine Duftspur legen und könnte potentielle Beutegreifer anlocken. Daher setzen die Artenschützer einen Oktokopter mit daran befestigter Kamera und Wärmebildkamera ein. So ist es möglich, aus der Luft die Gelege zu kontrollieren.

Ist den Artenschützern die Ermittlung eines Gelegestandortes gelungen, nehmen sie Kontakt mit dem bewirtschaftenden Landwirt auf. „Die Landwirte zeigten auch beim Brachvogel eine sehr große Bereitschaft zum Schutz. Ein Landwirt verschob seinen Mahdtermin um zwei Wochen, damit die auf seiner Wiese geschlüpften Brachvögel die Fläche in Ruhe verlassen konnten“ freut sich Kronberg. Den Ernteverlust bekommen die Landwirte entschädigt.

Nicht nur die Zusammenarbeit mit den Landwirten trug zu dem guten Bruterfolg bei, auch die Jäger unterstützten das Artenschutzprojekt. „Einen wesentlichen Beitrag zu dem hervorragenden Bruterfolg in Deiningen/Alerheim haben die Jäger“, bemerkt Konrad Bauer. „Durch das Kurzhalten vom Fuchs hat der Wiesenbrüter wesentlich bessere Chancen, seine Küken durchzubringen.“
Kommendes Jahr wollen die Vogelschützer Zäune einsetzen, um die Gelege noch besser schützen zu können. „Mit dem Bruterfolg in Deiningen/Alerheim sind wir schon sehr zufrieden“ berichtet die Gebietsbetreuerin. „Nächste Saison wollen wir versuchen, dieselben Erfolge auch im Gebiet Heuberg/Nittingen zu erzielen.“

Träger der Gebietsbetreuung sind die beiden regionalen Naturschutzvereine Rieser Naturschutzverein e.V. und Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried e.V. sowie der Landkreis Donau-Ries. Gefördert wird das Projekt durch den Bayerischen Naturschutzfonds (BNF) und die Regierung von Schwaben (RvS).