Geopark Ries feiert Jubiläum: zehn Jahre Nationaler Geopark - Landkreis Donau-Ries

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Geopark Ries feiert Jubiläum: zehn Jahre Nationaler Geopark

29.11.2016: Zehn Jahre Nationaler Geopark Ries – das ist eine Erfolgsgeschichte mit vielen Meilensteinen und erfolgreich umgesetzten Projekten.

Bei der 10-Jahres-Feier des Geoparks Ries erhielten die Gewinner des Fotowettbewerbs „Der Krater lebt durch Deine Augen“ von Landrat Stefan Rößle (6. von rechts), Geopark-Geschäftsführer Günther Zwerger (2. von rechts) und seiner Stellvertreterin Heike Bu
Wie Landrat Stefan Rößle in seiner Begrüßung betonte, ist es dem Geopark Ries zu verdanken, dass sich die Region intensiv wie nie zuvor mit seinem Alleinstellungsmerkmal, dem Meteoritenkrater, befasst.

2006 war die Freude im Geopark Ries groß, als ihm als erstem Geopark in Bayern die Auszeichnung „Nationaler Geopark“ verliehen wurde. Zum Jubiläum wurde Bilanz gezogen über zehn Jahre dynamische, überaus erfolgreiche Entwicklung. „Ein echter Grund zum Feiern“, wie Landrat Stefan Rößle, Vorsitzender des Geoparks Ries, gleich zu Beginn seiner Begrüßung betonte. Der Geopark wirke durch sein Alleinstellungsmerkmal weit über die Landkreisgrenzen hinaus, denn Meteoritenkrater, die zudem noch erlebbar, besiedelt und gut erforscht sind, gebe es nur ganz wenige auf der Erde.

Rößle dankte in seiner Begrüßung allen, die in dieser Zeit den Geopark Ries unterstützt haben, sei es durch die Mitarbeit in einem der fünf Experten-Teams, durch die Bereitschaft, als Natur- und Landschaftsführer Führungen in der Region anzubieten oder regionale Produkte herzustellen und zu verarbeiten. Ohne die Kommunen, so machte er deutlich, wären vielen Maßnahmen und Projekte nicht möglich gewesen. Einen Dank richtete Landrat Rößle aber auch an den Kreistag und die Ministerien, voran das Umweltministerium, für die Bereitstellung von Mitteln. Und nicht zuletzt lobte er das große Engagement – „weit über das Maß hinaus“ – der Geopark-Geschäftsführung mit Geschäftsführer Günther Zwerger und seiner Stellvertreterin Heike Burkhardt an der Spitze. „Ihnen allen ein ganz großes Dankeschön“, erklärte Rößle.
Prof. Dr. Richard Höfling vom GeoZentrum Nordbayern der Universität Erlangen-Nürnberg, ein ausgewiesener Ries-Experte, der den Geopark seit vielen Jahren wissenschaftlich unterstützt, gab in seinem Festvortrag einen Überblick über mehr als 200 Jahre Forschungen zum Ries-Ereignis und den unterschiedlichsten wissenschaftlichen Thesen dazu. Lange Zeit sei man davon ausgegangen, dass der Krater vulkanischen Ursprungs sei, auch ein lokaler Gletscher oder eine Wasserdampfexplosion wurden diskutiert. Schon 1904 habe Ernst Werner die Idee eines Meteoriteneinschlags gehabt, doch es sollte bis 1960 dauern, bis Edward Chao und Gene Shoemaker nachweisen konnten, dass das Ries durch einen Asteroideneinschlag entstanden ist. „Seitdem wurde ein sehr differenziertes Impact-Modell erarbeitet“, führte Höfling aus und das Ries auf vielfältige Weise erlebbar gemacht, unter anderem durch Erlebnis-Geotope. Für diese hatte Höfling die geologischen Texte für die Infotafeln erarbeitet und die Geotoperschließung durch wissenschaftliche Neuuntersuchungen begleitet.
Als „Lobesrede auf den Kulturraum Geopark Ries“ hatte Dr. Wilfried Sponsel, Stadtarchivar in Nördlingen, seinen Beitrag überschrieben. Er zitierte aus Beschreibungen der vergangenen 500 Jahre, die immer wieder den Reichtum, die Fruchtbarkeit, vor allem aber die Geschlossenheit und topografische Harmonie dieser Landschaft hervorheben. „Geschlossenheit und Abgrenzung einerseits, Vielgestaltigkeit und Differenzierung des Binnenraumes andererseits – gerade in dieser Opposition liegt wohl der besondere Reiz dieser Landschaft“, erklärte Sponsel.
Zwerger und Burkhardt stellten den ca. 120 anwesenden Gästen die beeindruckende Bilanz der 10-jährigen Entwicklung vor. Sie berichteten nicht nur über viele erfolgreiche Marketingmaßnahmen, Messeauftritte und Internetpräsenzen, sondern richteten ihr Hauptaugenmerk vor allem auf die vielen Infrastrukturmaßnahmen, die umgesetzt werden konnten, sowie die Projekte im Bildungs- und Wissenschaftsbereich. So wurden in insgesamt sieben Städten und Gemeinden drei Geopark Infozentren und vier Infostellen eingerichtet, vier Themenwanderwege sowie der Radweg von Krater zu Krater ausgewiesen. Die sechs für Besucher erschlossenen Erlebnis-Geotope mit Geopark Lehrpfaden sind das Highlight dieser Entwicklung. Möglich war dies durch Fördermittel der Europäischen Union, vor allem aber auch durch die Unterstützung des Landkreises Donau-Ries und der beteiligten Kommunen. Dafür sprach Günther Zwerger seinen ausdrücklichen Dank aus: „Erfolgreiche Arbeit braucht auf Erfolg ausgerichtete Rahmenbedingungen und die sind hier vorhanden“.
Im Rahmen des Jubiläums hatte der Geopark Ries einen Fotowettbewerb „Geopark Ries – Der Krater lebt durch Deine Augen“ ausgelobt. Aus über 700 eingereichten Bildern wählte eine fachkundige Jury die jeweils zehn besten Bilder in den Kategorien "Geologie & Landschaft", "Freizeit & Erleben" sowie "Städte & Gemeinden“ sowie der Sonderkategorie „Regionalität“ aus. Auch die Bürger konnten mit abstimmen und im Internet ihre Lieblingsbilder anklicken. Dieses Voting war in die Entscheidung der Jury mit eingeflossen.

Bei der 10-Jahres-Feier wurden die ersten drei Preise je Kategorie übergeben, darunter die der Sponsoren Foto Finck aus Nördlingen, der Donauwörther Medienagentur „dieMayrei“ sowie von Stefan Pichler, D-i, digital imaging services GmbH und des Geoparks Ries. Günther Zwerger und Barbara Wild, Redaktionsleiterin der „Donauwörther Zeitung“, stellten die Preisträger in den vier Kategorien vor: Kategorie „Geologie & Landschaft“ – Martin Schlosser, Markus Kleinle und Andreas Biber, Kategorie „Freizeit & Erleben“ – Sarah Mayer, Jakob Wiedemann und Herbert Schramm, Kategorie „Städte & Gemeinden“ – Jakob Wiedemann, Martin Schlosser und Johannes Roser. In der Sonderkategorie „Regionalität“ ging der erste Platz an Wolfgang Weichenmeier vor Josef Kessler und Mark Glass.

Im Anschluss verwöhnten die Partner von Geopark Ries kulinarisch die Teilnehmer des Festaktes mit ihren Köstlichkeiten.