Zukunft Almarin: Kommunale Zusammenarbeit notwendig - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Zukunft Almarin: Kommunale Zusammenarbeit notwendig

28.03.2018: Seit der Schließung des Almarin im Jahr 2010 gab es bereits mehrere Anläufe zur Rettung des Bades. Das Engagement zahlreicher Ehrenamtlicher hatte zuletzt die einwöchige Wiedereröffnung ermöglicht. Nun rief Landrat Stefan Rößle die Arbeitsgruppe Almarin ins Leben, die Möglichkeiten eines dauerhaften Betriebes erarbeiten soll.

Das Almarin in Mönchsdeggingen

Landrat Stefan Rößle möchte das beispiellose Vorhaben gerne unterstützen und hat hierzu alle Möglichkeiten des Landkreises ausgelotet. Die Gründung eines Zweckverbandes könnte eine dauerhafte Lösung herbeiführen. 

Sollte die derzeitige Bewerbung des Geopark Ries um das Label „Unesco Global Geopark“ erfolgreich verlaufen, möchte Rößle ein Besucherzentrum für den Geopark neben dem Almarin errichten und dem Bad im Falle einer dauerhaften Inbetriebnahme somit Aufschwung verleihen. „Rein rechtlich ist eine finanzielle Beteiligung des Landkreises am Almarin aufgrund fehlender Zuständigkeit jedoch nicht möglich“ bedauert Landrat Stefan Rößle. 

Zuständig für öffentliche Bäder und die Förderung des örtlichen Breitensports sind die Gemeinden. Der Landkreis kann im Wesentlichen nur dort tätig werden, wo es sich um den Schulsport der weiterführenden Schulen handelt. 

Verbesserte Förderungen und gemeinsamer Dialog sollen dem Almarin helfen

Allerdings könnte die Gründung eines Zweckverbandes eine Lösung herbeiführen. Dafür wirbt Landrat Rößle aktiv und hat nun die Arbeitsgruppe Almarin ins Leben gerufen: "Wenn wir den Erhalt des Almarins noch einmal ermöglichen können, haben wir es dem unfassbaren Engagement vor Ort zu verdanken", sind sich deren Mitglieder einig: "Der Ball liegt nun bei uns - und wir bleiben nicht untätig."

Der Arbeitsgruppe gehören neben Mitarbeitern aus dem Landratsamt, der VG Ries und Landrat Stefan Rößle auch das Mönchsdegginger Gemeindeoberhaupt Karl Wiedenmann, sowie der Amerdinger Bürgermeister Hermann Schmidt in seiner Funktion als Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Ries an.
Zudem soll die Arbeitsgruppe nach Bedarf durch weitere Personen ergänzt werden: „Die zahlreichen Unterstützer und Vereine wie der Förderverein ‚Rettet das Almarin‘, die DLRG oder die Wasserwacht des BRK haben eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie über wichtiges Know How verfügen. Auf sie und alle weiteren zukünfitgen Nutzer des Bades, wie unsere Schulen und Vereine, können und wollen wir in diesem Prozess nicht verzichten“, erklärte Landrat Stefan Rößle als Sprecher der Arbeitsgruppe: „Wir müssen jetzt alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Das Ziel ist klar: Einen dauerhaften Betrieb des Almarins zu ermöglichen.“

In ihrer ersten Sitzung legte die Arbeitsgruppe bereits ihre zukünftigen Aufgaben fest.
Zunächst sollen Machbarkeitsstudien einen verlässlichen Finanzbedarf vorgeben – für Investitions- und Betriebskosten. Denn: „Erst wenn wir konkrete Zahlen auf dem Tisch haben, können wir im nächsten Schritt Möglichkeiten für den Betrieb prüfen“, merkte Bürgermeister Karl Wiedenmann an.

Ergebnisoffen geprüft wird hierbei neben einem möglichen Zweckverband aus mehreren Gemeinden auch die angeregte Übernahme durch die Bayerische Rieswasserversorgung oder private Investoren.

Auch eine anteilige Finanzierung durch Found-Raising, also die Möglichkeit einer direkten Bürgerbeteiligung, soll hierbei betrachtet werden. Aufgrund der womöglich komplizierten Trägerschaft sollen von der Arbeitsgruppe bei Bedarf auch juristische Prüfungen durchgeführt oder in Auftrag gegeben werden.
Ebenso soll die Möglichkeit eines Probebetriebes vor einer entgültigen Sanierung eruiert werden.

In jedem Fall muss die Förderfähigkeit des Gesamtprojektes von Seiten des Bundes oder Freistaats durch die Arbeitsgruppe intensiv geprüft und sichergestellt werden. „Wenn wir gemeinsam mit den Ehrenamtlichen und engagierten Menschen an einem Strang ziehen, wird auch die große Politik nicht wegsehen können und uns unterstützen“, bemerkte Hermann Schmidt.

Auch das von Landrat Stefan Rößle angeregte Geopark-Ries Besucherzentrum, das in unmittelbarer Nähe des Almarins entstehen soll, wird in der Arbeitsgruppe eine große Rolle spielen: „Ich bin überzeugt davon, dass wir im Ries ein weiteres Bad brauchen. Wir können uns als Landkreis auf diesem Wege in ein millionenschweres Gesamtkonzept zu Gunsten des Almarin und der gesamten Attraktivität in und um Mönchsdeggingen einbringen“, versicherte der Kreischef.

Darüber hinaus regte der Landrat die Gründung eines landkreisweiten Bädernetzwerkes an. Von einem gemeinsamen Erfahrungs- und Ressourcenaustausch der insgesamt zwölf regionalen Hallen- und Freibäder könnten alle Gemeinden und damit letztlich auch alle Bürger profitieren.

Von den Bemühungen rund um das Almarin profitiert bereits jetzt die gesamte Region: „Dieser Zusammenhalt und dieses Engagement sind beispiellos. Diese positive Energie wollen wir nutzen“, so die Mitglieder der Arbeitsgruppe Almarin.