Informationen zur Futtermittelhygiene - Verordnung - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Informationen zur Futtermittelhygiene - Verordnung

Informationen zur Futtermittelhygiene-Verordnung
  • Veterinäramt aktuell: 

                                                 

Informationen zur Futtermittelhygiene-Verordnung

 

  • Diese Zusammenfassung ist eine Auswahl wichtiger Inhalte der Europäischen Futtermittelhygieneverordnung
  • Rechtlich verbindlich ist ausschließlich der Verordnungstext der VO (EG) Nr. 183/2005 Geltungsbereich
  • Gültig ab 1. Januar 2006 für:
  • alle Tätigkeiten von Futtermittelunternehmen auf allen Stufen der Futtermittelkette, von der Futtermittelprimärproduktion bis zum Inverkehrbringen von Futtermitteln,die Fütterung von Tieren, die zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind.

 

 

Ausnahmen

Die Verordnung gilt nicht für:

 

  • die Erzeugung von Futtermitteln für Tiere, die nicht zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind
  • zur Lebensmittelgewinnung zum privaten Eigenverbrauch bestimmt sind
  • die Fütterung von Tieren, die nicht zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind
  • zur Lebensmittelgewinnung zum privaten Eigenverbrauch bestimmt sind
  • die direkte Lieferung kleiner Mengen aus der Futtermittelprimärproduktion auf örtlicher Ebene durch den Hersteller an örtliche landwirtschaftliche Betriebe für die Verwendung in diesen Betrieben
  • den Einzelhandel mit Heimtierfutter
  • Pferde gelten grundsätzlich als zur Lebensmittelgewinnung bestimmte Tiere!

 

 

Begriffsbestimmungen


"Futtermittelhygiene":

alle Maßnahmen und Vorkehrungen, die notwendig sind, um Gefahren zu beherrschen und zu gewährleisten, dass ein Futtermittel unter Berücksichtigung  seines Verwendungszweckes für die Verfütterung an Tiere tauglich ist

 

"Futtermittelprimärproduktion":

Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse durch Pflanzenbau, Ernte, Melken, Tier-zucht oder Fischfang, die nach der Ernte, der Sammlung oder dem Fang, von einfachen äußeren Behandlungen abgesehen, keiner anderen Bearbeitung unterzogen werden.
Einfache äußere Behandlungen:
z.B. Reinigen, Verpacken, Lagern, Trocknen, Silieren und Schroten

 

"Futtermittelunternehmen":

alle Unternehmen, die an der Erzeugung, Herstellung, Verarbeitung, Lagerung,
Beförderung oder dem Vertrieb von Futtermitteln beteiligt sind, einschließlich
Erzeuger, die Futtermittel zur Verfütterung in ihrem eigenen Betrieb erzeugen, verarbeiten oder lagern.
Damit zählt auch der größte Teil der Landwirte zu den Futtermittelunternehmern!

 

 

Anforderungen der Futtermittelhygieneverordnung

Die Anforderungen der Futtermittelhygieneverordnung werden in drei Anhängen näher beschrieben:


Anhang I    gilt für alle Tätigkeiten von Futtermittelunternehmern auf der Stufe der Primärproduktion

Anhang II   gilt für alle Tätigkeiten von Futtermittelunternehmern außerhalb der Primärproduktion

Anhang III  gilt für die Fütterung von Tieren, die zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind

 

Anhang I der Verordnung gilt für:

  • Transport, Lagerung und Handhabung von Primärerzeugnissen am Ort der Erzeugung
  • Transportvorgänge zur Lieferung von Primärerzeugnissen vom Ort der Erzeugnissen vom Ort der Erzeugung zu einem Betrieb
  • Mischen von ausschließlich für den Bedarf des eigenen landwirtschaftlichen Betriebs bestimmten Futtermitteln ohne Verwendung von Zusatzstoffen oder von Zusatzstoffe enthaltenden Vormischungen

 

Ausnahme: Verwendung von Silierzusatzstoffen

 

  • Hygienevorschriften:Arbeitsvorgänge so organisieren, dass Gefahren für die Futtermittelsicherheit verhütet, beseitigt oder minimiert werden
  • hygienische Produktions-, Transport und Lagerbedingungen müssen sichergestellt werden
  • Maßnahmen zur Eindämmung der Verunreinigung von Futtermittel durch
               -    Bestandteile der Luft, des Bodens und des Wassers
               -   Düngemittel, Pflanzenschutzmittel und Biozide
               -    Tiere und Schädlinge
               -    Tierarzneimittel
  • Getrennte Lagerung von Abfällen und gefährlichen Stoffen
  • Verhinderung von Kontaminationen durch Verpackungsmaterialien
  • Anlagen, Ausrüstungen, Behälter, Transportkisten und Fahrzeuge, mit deren Hilfe Futtermittel hergestellt, behandelt, sortiert, verpackt, gelagert und befördert werden, sind sauber zu halten und erforderlichenfalls nach der Reinigung ordnungsgemäß zu desinfizieren

 

Buchführung erforderlich für:

  • Verwendung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden
  • Verwendung genetisch veränderter Saaten
  • aufgetretene Schädlinge und Krankheiten, die die Sicherheit von Primärerzeugnisse beeinträchtigen können
  • alle Untersuchungsergebnisse von Primärerzeugnissen
  • Herkunft und Menge aller Eingänge sowie Bestimmung und Menge aller Ausgänge von Futtermitteln

 

Die Deklarationen müssen mit aufbewahrt werden, um die Futtermittel identifizieren zu können!

  • Anhang II der Verordnung gilt für:Futtermittelunternehmen außerhalb der Primärproduktion, d.h. alle Tätigkeiten eines
  • Futtermittelunternehmens, die nicht unter Anhang I falle
  • z. B. Mischen von ausschließlich für den Bedarf des eigenen landwirtschaftlichen Betriebs bestimmten Futtermitteln unter Verwendung von Zusatzstoffen wie z. B. Propionsäure

 

Einrichtungen und Ausrüstungen:

  • Reinigungs- und Desinfektionsmöglichkeit,
  • regelmäßige Überprüfung der Arbeits- und Mischgenauigkeit,
  • schädlingssichere Fenster und Türen

Personal:

  • Organisations- und Stellenplan, Nachweis der erforderlichen Kenntnisse und Qualifikationen
  • Herstellung: schriftliche Verfahrensbeschreibungen und Anweisungen nach HACCP Qualitätskontrolle:Rückstellproben von allen Rohstoffen und Erzeugnissen; Stichprobenanalysen;
  • Dokumentation gemäß HACCP - Grundsätzen
  • Lagerung und Transport:
  • Anforderungen an Einrichtungen, Behälter, Transportgeräte zur Vermeidung von Kreuzkontamination

 

Dokumentation:

  • Sicherung der Rückverfolgbarkeit
  • Beanstandungen und Rückruf: z. B. Dokumentation

 
System der Gefahrenanalyse und kritischen Kontrollpunkte (HACCP)

1. Durchführung der Gefahrenanalyse (HA)
2. Bestimmung der kritischen Kontrollpunkte (CCP)
3. Festlegung von Grenzwerten
4. Festlegung der Überwachungsmaßnahme
5. Festlegung von Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen
6. Festlegung eines Verifizierungsverfahren für 1-5
7. Einführung einer Dokumentation

 

Anhang III der Verordnung gilt für:
die Fütterung von Tieren, die zur Lebensmittelgewinnung bestimmt sind

 

  • Beweiden von Grasland: Einhaltung von Wartezeiten nach Dünge- oder Pflanzenschutzmaßnahmen
  • Vorschriften für Stall- und Fütterungseinrichtungen:
  • Gründliche und regelmäßige Reinigung von Stall und Fütterungseinrichtungen
  • Verwendung von Reinigungsmitteln gemäß Anweisung, Aufbewahrung getrennt von Futtermittel und außerhalb der Fütterungsbereiche
  • Einrichtung eines Schädlingsbekämpfungssystems
  • System zur regelmäßigen Beseitigung von Gülle und Abfällen
  • Häufiges Wechseln von Futtermitteln und Einstreu, kein Verschimmeln

 

Fütterung:

  • Lagerung:
    -   Getrennte Lagerung von Chemikalien und verbotenen Stoffen von
         Futtermitteln
    -   Saubere und trockene Lagerbereiche und Behälter
    -   Saatgut nicht für Tiere zugänglich
    -   Getrennte Lagerung von Fütterungsarzneimittel und Futtermitteln
  • Verteilung:
    -   Futterverteilsysteme, die eine Kontamination von Futtermitteln 
        ausschließen
    -   Getrennte Handhabung von Futtermitteln und Arzneimitteln
    -   Regelmäßige Reinigung von Transportfahrzeugen und
        Fütterungseinrichtungen 

Futtermittel und Wasser:

  • Geeignetes Tränkewasser
  • Einbau geeigneter Fütterungs- und Tränkanlagen zur Verminderung einer Kontamination
  • Regelmäßige Reinigung und Instandhaltung der Tränkesysteme

 

Weitere Informationen auch auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: http://www.stmugv.bayern.de unter der Rubrik Tierschutz / Futtermittel

Anschrift

Landratsamt Donau-Ries Veterinärmedizin und Verbraucherschutz

Pflegstr 2

86609 Donauwörth

Telefon: 0906/74-422

Fax: 0906/74-429

E-Mail: veterinaeramt@lra-donau-ries.de

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