Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln

Der Verkehr mit Arzneimitteln ist gesetzlich geregelt. Die Überwachung des Verkehrs mit Tierarzneimitteln wird von den Ländern vollzogen. Zuständig für die Überwachung der Einhaltung arzneimittelrechtlicher Vorschriften durch die Tierhalter und Tierärzte ist die Kreisverwaltungsbehörde.

Beschreibung

 

Zur Behandlung von Krankheiten und zur Beeinflussung von Körperfunktionen und -zuständen werden in der Human- und Tiermedizin gleichermaßen Arzneimittel eingesetzt. Der Gebrauch von Arzneimitteln in der Tiermedizin wird in der Öffentlichkeit dabei zwiespältig gesehen, insbesondere, wenn Arzneimittel bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, eingesetzt werden.

Es besteht kein Zweifel daran, dass unsere Haustiere ein Anrecht auf tiermedizinische Betreuung haben. Dies ist gesetzlich im Tierschutzgesetz verankert. Halter von Heimtieren sehen es als selbstverständlich und gegeben, dass ihrem Haustier im Fall einer Erkrankung wirksame Medikamente zur Verfügung stehen. Gleiches muss aber auch für die Versorgung unserer landwirtschaftlichen Nutztiere gelten. Trotzdem wird der Gebrauch von Tierarzneimitteln bei diesen Tieren oft kritisch gesehen und regelmäßig negativ in den Medien präsentiert.
Der legale Einsatz von Tierarzneimitteln erfolgt so, dass die Belange des Verbraucherschutzes gewahrt werden; er stellt die Regel dar, nicht die Ausnahme!

Als Grundlage hierfür dienen europäische und nationale Gesetze und Verordnungen, deren Vollzug und Überwachung durch den Bund und insbesondere die Länder erfolgt. Für Menschen und Tiere ist in Deutschland ein gemeinsames Gesetz vorhanden, das kurz als Arzneimittelgesetz bezeichnet wird und korrekt "Gesetz über den Verkehr mit Arzneimitteln" heißt. In diesem Gesetz sind u.a. die Apothekenpflicht und ähnliche Grundsätze für den Umgang mit bzw. den Verkehr von Arzneimitteln geregelt. Es gibt allerdings für die Tierarzneimittel eine Reihe von Sonderregelungen, zum Beispiel:

  • Tierhalter-Arzneimittel-Nachweisverordnung
  • Verordnung über tierärztliche Hausapotheken
  • Leitlinien für den sorgfältigen Umgang mit antimikrobiell wirksamen Tierarzneimitteln

Die Sonderregelungen für Tierarzneimittel dienen dazu, einerseits die Versorgung unserer Tiere mit Arzneimitteln zu sichern, andererseits aber dafür zu sorgen, dass durch die Verwendung der Arzneimittel für den Verbraucher von Lebensmitteln, die von Tieren gewonnen werden, kein Schaden entsteht.
Deswegen werden Haustiere grundsätzlich in solche Arten unterschieden, die (möglicherweise) der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, und solche, die als Heim- und Gesellschaftstiere in keiner Weise zum Verzehr bestimmt sind. Diese Unterscheidung ist - auch wenn sie heute manchmal nicht ganz schlüssig erscheint - wichtig.

Bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, dürfen grundsätzlich nur solche Arzneimittel verwendet werden, die für diese Tierarten zugelassen sind. Nach der Anwendung dieser Arzneimittel ist erforderlichenfalls eine Wartezeit einzuhalten, während der das Tier nicht geschlachtet werden darf und Produkte von diesem Tier (z.B. Milch oder Eier) nicht zum menschlichen Verzehr gelangen dürfen.
Für Heimtiere stehen spezielle Arzneimittel zur Verfügung und es dürfen auch solche Arzneimittel angewendet werden, die Stoffe enthalten, die für die Behandlung von Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, verboten sind.

Verschreibungs- und apothekenpflichtige Tierarzneimittel sind grundsätzlich nach Diagnose durch den Tierarzt anzuwenden, der aber auch für eine (Weiter-)behandlung nötige Mengen an den Tierhalter abgeben kann. Bei Tieren, die der Gewinnung von Lebensmitteln dienen, gelten allerdings bei bestimmten Arzneimitteln (z.B. Antibiotika) Beschränkungen hinsichtlich der Abgabemenge.

Bei diesen Tieren muss jede Behandlung dokumentiert werden. Dabei sind Art und Umfang der Behandlung genau zu beschreiben, außerdem müssen das oder die behandelten Tiere eindeutig bezeichnet werden. Der Tierarzt füllt einen kombinierten Abgabe- und Anwendungsnachweis für den Tierhalter aus. Diesen muss der Tierhalter in übersichtlicher Form aufbewahren. Gleichzeitig hat der Tierarzt dieselben Daten wie im Anwendungs- und Abgabenachweis für seine eigenen Unterlagen aufzuzeichnen. Die Nachweise und Aufzeichnungen sind 5 Jahre aufzubewahren und den zuständigen Behörden auf Anfrage jederzeit vorzulegen.

Übrigens: Impfstoffe und Sera für Tiere sind in Deutschland keine Arzneimittel im Sinne des Gesetzes, sondern sind in § 17 c des Tierseuchengesetzes definiert. Für sie gelten besondere Regelungen, wie sie in der Tierimpfstoff-Verordnung festgelegt sind.

 

Stand: 16.08.2012

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