Wie entwickelt sich die Bevölkerung im Landkreis Donau-Ries? - Landkreis Donau-Ries

Landkreis Donau-Ries

Wie entwickelt sich die Bevölkerung im Landkreis Donau-Ries?

19.12.2019: Sozialraumanalyse, Bevölkerungsprognose, Kindertagesstättenbedarfsplanung und Armutsanalyse stehen zum Download bereit

Gundula
Landratsamt Donau-Ries

Die Bevölkerung im Landkreis Donau-Ries wird von 135.000 Menschen (Stand 2018) bis zum Jahr 2030 auf über 144.000 anwachsen. Landrat Stefan Rößle stellt erfreut für den Landkreis Donau-Ries fest: „Es geht den Menschen hier – im Vergleich zu anderen Landkreisen in Bayern und in ganz Deutschland – ziemlich gut: Es gibt wenige SGB II-Empfänger, wenig Jugendstraffälligkeit, große Wohnungen, hohe Durchschnittseinkommen und eine geringe Arbeitslosigkeit.“ Das sind einige der Ergebnisse der großen Analysen, die im Auftrag des Landratsamtes erstellt wurden. Es gibt aber auch in unserem Landkreis Menschen, denen es nicht so gut geht. Zum ersten Mal wurde auch eine Armutsanalyse für den Landkreis erstellt. Sie liefert konkrete Zahlen zu Menschen, die von Armut betroffen sind und zeigt auf, wie sich diese bei uns im Landkreis verteilen.

 

Armutsanalyse

In der Armutsanalyse wurde erstmalig der Aspekt der Armutsbetroffenheit quer durch alle Bevölkerungsgruppen und quer durch alle Städte und Gemeinden im Landkreis herausgearbeitet. Als arm gilt dabei, wer SGB II-Leistungen oder Grundsicherung erhält, und wer nur über niedrige Renten oder Einkommen verfügt. Zunächst erfolgt eine Beschreibung der Bevölkerungsgruppen aus dem Blickwinkel der  Armut. Hierbei werden insbesondere Kinder und Jugendliche und deren Familien sowie ältere Menschen berücksichtigt. In einem zweiten Schritt werden Ursachen und Faktoren der Armut betrachtet. Bildungsstand, Migrationshintergrund, Arbeitslosigkeit und Alter sind hierbei ebenso bedeutsam wie die Familiensituation: Alleinerziehende sind überdurchschnittlich armutsgefährdet und von Armut betroffen. Die Analyse geht im Folgenden kurz auf die Auswirkungen der Armut ein, aus denen sich die Begründungen für Hilfeangebote ableiten lassen. Wie auch bei den anderen Analysen sieht die Situation insgesamt für den Landkreis im bayernweiten Vergleich gut aus, was jedoch die prekäre Situation der einzelnen betroffenen Personen nicht erleichtert. 

 

Sozialraumanalyse und Bevölkerungsprognose

Die Sozialraumanalyse und die Bevölkerungsprognose haben im Landkreis bereits Tradition und werden alle drei Jahre fortgeschrieben. Erstere beschreibt die Bevölkerung mit Hilfe bestimmter Indikatoren wie Jugendstraffälligkeit, Anzahl der Alleinerziehenden, Anzahl der Scheidungen, Einkommens- und Wohnsituation und liefert dafür jeweils Daten auf Gemeinde- und Landkreisebene. Die Bevölkerungsprognose nimmt die Zusammensetzung der Bevölkerung anhand von Geschlecht, Alter und Migrationshintergrund in den Blick. Unter Berücksichtigung der Daten der Vergangenheit sowie der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen können so Prognosen bis ins Jahr 2030, teilweise sogar bis ins Jahr 2050 formuliert werden. Besonders relevant ist, wie sich bestimmte Altersgruppen – z.B. Senioren und Kindergartenkinder zahlenmäßig entwickeln werden. Insgesamt zeichnet die aktuelle Sozialraumanalyse – wie auch schon die vergangenen – ein vergleichsweise positives Bild für den Landkreis Donau-Ries. Alle herangezogenen Bereiche der Jugendhilfe, alle Daten zur Anzahl der SGB II-Empfänger und zur Wohnungsgröße (die ebenfalls ein Indikator für materiellen Wohlstand ist) zeigen, dass der Landkreis Donau-Ries im bayernweiten Vergleich eine relativ gute Position einnimmt. Besonders relevant für die einzelnen Gemeinden sind die Darstellungen in den Landkreiskarten. Diese ermöglichen einen Vergleich auf einen Blick: Wie steht unsere Gemeinde im Vergleich zum Landkreis insgesamt und im Vergleich zu anderen Gemeinden ähnlicher Größe und Struktur da.

Entgegen der Ergebnisse der letzten Bevölkerungsprognose, die Anfang 2016 veröffentlicht wurde, ist die Bevölkerung im Landkreis Donau-Ries nicht geschrumpft, sondern gestiegen. Zum Stichtag 18.10.2018 betrug die Einwohnerzahl 135.075. Zum Stichtag der letzten Analyse, dem 01.01.2014, wohnten noch ca. 129.900 Menschen im Landkreis. Damit ist bereits in wenigen Jahren ein deutlicher Bevölkerungszuwachs erfolgt. Das Bevölkerungswachstum resultiert aus positiven Wanderungssalden, was bedeutet, dass mehr Menschen in den Landkreis ziehen als fortziehen. Dieses Phänomen zeigt sich in allen Altersgruppen. Das heißt, in allen Altersgruppen zogen in den letzten Jahren mehr Menschen in den Landkreis als in der jeweiligen Altersgruppe fortgezogen sind. Die Ausländerzahl lag lange relativ konstant bei 7.000 und ist seit 2014 sprunghaft auf etwa das Doppelte angestiegen. Eine besonders große Gruppe sind hier die EU-Osteuropäer. Die neuen Zahlen sind sehr relevant für viele Bereiche, da bisher von eher sinkenden Zahlen in allen Altersgruppen ausgegangen wurde. Auf jeden Fall zeigen die letzten Jahre, dass die Bevölkerung bereits zugenommen hat und dass dies auch in den kommenden Jahren so bleiben wird. Schon jetzt ist abzusehen, dass der Anteil älterer und hochbetagter Menschen besonders stark ansteigen wird.

 

Kindertagesstättenbedarfsplanung

Zu den kindergartenrelevanten Altersgruppen und den sozialräumlichen Daten, die für den Besuch von Kindertagesstätten wichtig sind, wurde erstmals eine Kindertagesstättenbedarfsplanung für den gesamten Landkreis und für alle 44 Gemeinden erstellt. Hier wird deutlich, dass es im insgesamt wachsenden Landkreis auch Orte gibt, in denen mit einem Rückgang von Kindern und Jugendlichen gerechnet werden muss. Andere Orte weisen ein starkes Wachstum in diesen Altersgruppen auf. Hilfreich sind diese Daten insbesondere, weil mit einem Prognosezeitraum bis 2030 gearbeitet wird.

Bedeutsame kommunale Entwicklungen, wie die Ausweisung neuer Baugebiete, die klassischerweise Familien mit Kindern anziehen, wie die Ansiedlung von Firmen etc. haben großen Einfluss auf die tatsächliche Entwicklung bestimmter Altersgruppen und Bevölkerungszahlen und bedeuten, dass die vorliegenden Zahlen angepasst werden müssen. Neben den Zahlen, die für die Planung, Entwicklung oder Erweiterung von Kindertagesstätten von Bedeutung sind, weist diese Analyse, insbesondere wenn sie parallel zur Bevölkerungsprognose des Landkreises betrachtet wird, auf einige Herausforderungen für Kindertagesstätten hin: Dies sind neben dem bereits jetzt schon problematischen Mangel an pädagogischem Fachpersonal vor allem die Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund. Diese verteilen sich schon jetzt sehr unterschiedlich über den Landkreis und fordern in den betroffenen Kommunen Reaktionen. 

 

Die Analysen stehen auf der Homepage des Landkreises zum Download zur Verfügung

Die Daten der vier Analysen sind wichtige Planungs- und Steuerungsgrundlage für Politik, Wirtschaft, Behörden und soziale Einrichtungen. Sie stehen allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern auf der Homepage des Landkreises unter www.donau-ries.de/Landratsamt/Aktuelles zum Download zur Verfügung. 

 

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.