checklist_rtl Schritt für Schritt zur eigenen Nachbarschaftshilfe

Sie möchten in Ihrer Gemeinde eine Nachbarschaftshilfe ins Leben rufen? Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass Ihr Projekt auf sicheren Beinen steht und langfristig erfolgreich ist.

Nutzen Sie diesen praxiserprobten Fahrplan für die ersten Schritte zu einer lebendigen Gemeinschaft:

Phase 1: Orientieren & Vernetzen

  • Wissen sammeln: Recherchieren Sie erfolgreiche Modelle und besuchen Sie bestehende Initiativen im Landkreis.
  • Bestehendes analysieren: Finden Sie heraus, welche sozialen Angebote es in Ihrer Gemeinde bereits gibt (z. B. durch die Kirche, den Frauenbund oder Sportvereine), um Synergien zu nutzen.
  • Partner ins Boot holen: Stimmen Sie sich frühzeitig mit lokalen Dienstleistern und Vereinen ab. Das verhindert Konkurrenzdenken, baut Vorurteile ab und schafft ein starkes, gemeinsames Netzwerk.

Phase 2: Interesse wecken & Mitstreiter finden

  • Bedarf abfragen: Nutzen Sie das örtliche Gemeindeblatt, Presseartikel oder organisieren Sie eine Infoveranstaltung, um das Interesse der Bürgerinnen und Bürger aktiv zu testen.
  • Arbeitskreis gründen: Versammeln Sie interessierte Personen an einem Tisch. Ziel ist es hierbei, erste engagierte Helferinnen und Helfer zu gewinnen und eine motivierte Person für die spätere Koordination zu finden.

Phase 3: Konzept & Struktur aufbauen

  • Trägerschaft klären: Entscheiden Sie rechtzeitig, wer das Projekt rechtlich trägt – das kann beispielsweise eine Anbindung an die Gemeinde, eine Kirchengemeinde oder die Gründung eines eigenen Vereins sein.
  • Das Konzept festlegen: Formulieren Sie die genauen Spielregeln Ihrer Nachbarschaftshilfe schriftlich aus. Dazu gehören:
    • Die Kernleistungen und die Zielgruppe
    • Der räumliche Wirkungskreis
    • Die Höhe der Aufwandsentschädigung und die Vermittlungsmodalitäten
    • Der Versicherungsschutz sowie die nötigen Formulare
  • Feste Anlaufstelle sichern: Kümmern Sie sich um Büroräume und eine Grundausstattung. Eine feste, verlässliche Anlaufstelle für Bürger schafft Vertrauen.

Phase 4: Förderung & Unterstützung sichern

     Ein solches Projekt muss finanziell nicht komplett allein getragen werden. Es stehen verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten bereit:

  • Förderrichtlinie SeLA: Über das bayerische Förderprogramm „Selbstbestimmt Leben im Alter“ (SeLA) können ehrenamtlich getragene Nachbarschaftshilfen eine finanzielle Anschubfinanzierung erhalten.
  • Seniorenpolitisches Gesamtkonzept: Das Landratsamt bindet lokale Initiativen eng in das kommunale Seniorenpolitische Gesamtkonzept ein, wodurch sich oft weitere lokale Zuschüsse oder Beratungsangebote eröffnen.

 

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